Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043520
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Bartolomeo 
Carducho , 
Carew. 
Vermählung der Katharina von Frankreich mit Heinrich V. von England, nach J. 
Stothard; die Schlachten von Alexandrien und Maida, in zwei Blättern (1806); die 
Ehebrecherin, nach Rubens; die Stürmung von Seringapatam den 4. Mai 1799, Ä; 
nach H. Singleton.   
Garducho, eigentlich Carduccio Bartolomeo, Architekt, Bildhauer und Maler, 
geb. 1560 zu Florenz, gest. 1608 in Madrid, bildete sich unter B. Ammanati in der 
Sculptur und Architektur aus, widmete sich aber später zu Rom unter Federico 
Zuccaro der Malerei und ging 1585 mit diesem nach Spanien, wo er von Philipp II. 
und Philipp III. vielfach beschäftigt wurde. Er trug die Eigenthümlichkeit der iloren- 
tinischen Kunstrichtung zur Zeit des Cigoli nach Spanien über und gründete hier 
eine zahlreiche Schule, die sein jüngerer Bruder Vincencio weiter ausbildete. Ein 
Gemälde von ihm in der Gallerie Esterhazy zu Wien: Maria mit dem Kinde und der 
h. Franciscus, anbetend, erinnert in etwas an die Manier des Dolci, doch ist es 
kräftiger. 
Literatur. Bermudez , Diccionario historicn de los mas illustres professores de las bellas artes en Espafxa. 
Carducho, vincencio, geb. 1578 zu Florenz, gest. 1638 zu Madrid, kam als 
Knabe mit seinem Bruder Bartolomeo nach Spanien, erlernte hier bei diesem die 
Malerei und brachte es in kurzer Zeit darin so weit, dass er für die Zimmer der 
Königin, und das Theater im Palast zu Valladolid einige Gemälde ausführen durfte. 
1606 folgte er dem Hofe nach Madrid, schmückte dort mit andern Meistern die k. 
Kapelle im Palast del Pardo und wurde nach seines Bruders Tod zum Hofmaler er- 
nannt. Nun entfaltete cr eine ungemeine Thätigkeit, die man u. A. daraus erkennen 
mag. dass er in dem Zeitraum von 4 Jahren (1626-1630) nicht weniger als 55 
Bilder aus dem Leben des h. Bruno und den Legenden der Karthäuser, in lebens- 
grossen Figuren (um den sehr mässigen Lohn von 6000 Dukaten), für den Kreuzgang 
der grossen Karthause el Paular ausführte. Und trotz dieser fabelhaften Schnell- 
malerei werden dieselben doch nichts Weniger als eintönig in der Ertindung geschil- 
dert, sondern als trefflich in der Anordnung und Ausführung geriihmt. Eines seiner 
besten Gemälde indessen, die Einweihung eines Bischofs, über dessen Haupt sich eine 
Flamme zeigt, bewahrt das Nationalmuseum zu Madrid. Es ist tüchtig in Zeichnung 
und Ausführung und weniger braun in den Schatten , als jene Reihenfolge von Dar- 
stellungen aus dem Leben des h. Bruno, welche sich nunmehr ebenfalls in der 
Nationalgallerie befindet. Andere Bilder von ihm sieht man zu Salamanca, Valencia, 
Toledo, Guadalupe, Cordova u. s.w. Carducho war zugleich auch ein vorzüglicher 
Porträtmaler und man ündet verschiedene ausgezeichnete Bilder dieser Art im Museum 
von Madrid. 
Literatur. B ermudez , Diccionario historico de los mas illustre: professores de las bellas artes in Espaiia. 
Carella, Agostino, ein Baumeister aus Bologna, der unter Anderem 1661-75 die 
Theatinerkirche zu München nach dem Muster der S. Peterskirche zu Rom erbaute. 
Carenno, Juan de Miranda, Historien- und Hofmaler in Madrid, geb. 1614 zu 
Aviles, gest. 1685, lernte bei Pedro de las Cuevas und Bartolome Roman und 
bildete sein schönes Colorit, namentlich nach Velasquez und van Dyck. Von ihm 
sieht man in der Gallerie Esterhazy ein Gemälde des h. Dominicus, welches, schön 
und gross, in der Art des van Dyck gehalten ist; ein vorzügliches Porträt Kai-PS II, 
von Spanien, als Knabe, im Berliner Museum; ein anderes zu Madrid im k. Museum; 
ein drittes Bildniss desselben Monarchen, des Velasquez würdig, im MüSBO national, 
wo sich auch eine Marter des h. Bartholomäus von ihm befindet; in der Akademie 
zu Madrid: eine h. Magdalena und eine Copie der Kreuzschleppung, nach Raphael; 
endlich im Louvre wiederum zwei Porträts Karl's II., Wovon eines mit dem reichen 
Hintergrunde der Gemächer des Escurials und eine treifliche Sarazenenschlacht mit 
der Erscheinung des h. Jakob auf weissem Pferde. 
CQIQW, John E., ein moderner englischer Bildhauer von Ruf, der lange Zeit für 
den Grafen von Egremont auf dessen Schloss zu Petworth, in dessen Besitz auch seine 
meisten Werke kamen, beschäftigt war. Zu seinen besten Arbeiten gehören: das 
Denkmal des Schauspielers Kean, als Hamlet, in der Westminsterabtei; der Falken-
        

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