Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043502
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Caracci, Paolo  Caraglio. 
Maria mit dem Kinde erscheint dem h. Hyacinth, aus der Kirche S. Domenico in B0- 
logna (gest. v. Agost. Caracci); in der Akademie zu Parrna: eine Grablegung 
und eine Himmelfahrt Mariä; in der Kathedrale von Piaceuza: Engel in der Glorie, 
grosses Frescobild und einen h. Martin; in der Eremitage zu S. Petersburg: die 
Vermählung der h. Katharina; eine Grablegung und eine h. Familie; zu Rom, im 
Pal. Ccrsini: ein Martyrium des h. Borromäus und eine grosse ergreifende Pieta von 
furcht-barem, rein innerliche-m Schmerzensausdmck; in der Gallerie Doria: ein ko- 
lossales Ecce homo von mildern und schönem Ausdruck; im Museum der bildenden 
Künste zu Stuttgart: mehrere dem Lodovico zugeschriebene Bilder aus der ehe- 
maligen Gallerie Barbini-Breganze, worunter: die Eitelkeit oder Vergänglichkeit 
alles Irdischen: die an den Felsen geschmiedete Andromeda und die h. Barbara; zu 
Wien, in der k. k. Gallerie des Belvedere: den h. Franziscus, über einem Todten- 
kopf in Nachdenken versunken; Venus, auf einem Ruhebette mit Amor scherzend; 
in der Sammlung des Fürsten Est-erhazy: zwei Satyren mit den Fingern Trauben 
pressend. 
Lodovico hat auch Einiges in Kupfer gestochen, doch sind ihm nach Bartsch 
nur die folgenden fünf mit grosser Sicherheit und meisterhafter Zeichnung vorge- 
tragenen Blätter zuzuschreiben. Die h. Jungfrau mit dem Kinde, mit der Jahrszahl 
1592 und Lod. Carr. in. f. bezeichnet; die h. Jungfrau mit dem von Engeln ver- 
ehrten Kinde, in Kupfer geätzt und mit dem St-ichel vollendet; die h. Jungfrau mit 
dem Kinde und Johannes, mit: Ludouico Caratio fece und der Jahrszahl 1604 
bezeichnet. (Dieses Blatt scheint mit der trockenen Nadel und zwar eher in Zinn 
als in Kupfer gestochen zu sein]; die h. Jungfrau und der h. Joseph, Lodouicus 
Carraccys in. fe. bezeichnet und das einzige von ihm mit dem Grabstichel ausge- 
führte Blatt; die h. Jungfrau, mit Waschen beschäftigt, wenn nicht von ihm selbst, 
doch jedenfalls nach seiner Zeichnung ausgeführt. 
Caracci, Paolo , ein Bruder des Lodovico , trieb ebenfalls die Malerei, war aber 
nur im Stande, die Erfindungen Anderer verständig auszuführen. Er scheint auch nur 
in dieser Weise in der Akademie der Caracci thät-ig gewesen zu sein. 
Literatur über sämmtliche Caraoci. Malvasiu, Felsiua Pittrici. Vite de' pittore Bolognesi. Bologna 
1678. Fortgesetzt von Crespi. Roma 1709.  Bellori, Vite de' pittori, scultori e nrchitetti mo- 
derni. Roma, 1615 u. 1728. -Museo fiorentino, das auch die Porträts von Lndovico, Agnstino 
und. Annibale, von Antonio und Francesco im Stich enthält.  Lanzi, Geschichte der Malerei 
in ltclien.  Fiorillo, Geschichte der Malerei in Italien.  Kugler, Handbuch der Geschichte der 
Malerei.  Platner, Buusen, Gerhard und Röstel, Beschreibung der Stadt Rom.  Waagen, 
Kunstwerke und Künstler in Paris.  Waagen, Kunstwerke und Künstler in England.  Förster, 
Handbuch für Reisende in Italien.  Burckhardt, der Ciccroue.  Quanilt, Entwurf zu einer 
Geschichte der Kupferstecherkunst.  Bartsch, Le peintre griwenr.  Bartsch, Anleitung zur 
Kupferstichkunde.  Heller, Handbuch für Kupferstichsummler. 
Caraccino, siehe Mulinari. . 
Caracciolo, Giambattista, gen. Batistello, Maler zu Neapel, gest. 1641, er- 
lernte die Kunst bei F. Imparato und dann bei Caravaggio, bildete Sich aber 
später nach Annibale Caracci, in dessen Kunstweise mit mannigfachen Einiiüssen 
der naturalistischen Richtung seiner Zeitgenossen Spagllßlettß 11. s. w. er seine 
Bilder, von denen sich die meisten zu Neapel befinden, ausführfv. 
Caraglio, Gi0V., Zeichner und Kupferstecher, nach Einigen 1500 zu Parma, nach 
Andern 1512 zu Verona. geboren, war einer der besten Schüler des Marc Anton, 
verlegte sich aber später mehr auf das Stein- und Stempelschneiden , hielt sich auch 
1539 am Hofe des polnischen Königs Sigismund I. auf und starb auf seinem Landgut 
im Herzogt-hum Parma15T0.  Unter den 64 Blättern, die Bartsch in seinem 
"Peintre graveur" von ihm verzeichnet und die meist correkt gezeichnet und mit Geist 
behandelt sind, gehören zu den besten: die sogenannte Schlacht mit dem Schild auf 
der Lanze, nach Raphaehs Zeichnung; Diogenes, nach Parmesnno; die Vey- 
kündigung, nach Tizian; die Martcr der h. h. Petrus und Paulus, nach Par- 
meggiano; die Musen und die Töchter des Pierus auf dem Parnass, nach Rosso's 
Bild in Paris; die Verehlichung Maria mit Joseph, nach Parmeggiano; die h- 
Familie, nach Raphael; Bildniss des Peter Aretin. Er bezeichngfe Seine Blätter mit 
Jacobus Veronenis und Jacobus Parmensis, oder auch mit nebenstehendenMonogrammen. '
        

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