Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043491
Lodovico. 
Carac ci , 
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S. Pietro in Bologna gemalten Verkündigung oder überhaupt die Einsicht, darin eine 
minder gelungene Arbeit geliefert zu haben, ihn auf s Krankenlager warf, von dem 
er nicht mehr aufstand. Dieses kolossale Bild war sein letztes. Er starb im Jahr 1619. 
Lodovico hat im Allgemeinen mehr das Verdienst eines Lehrers als sehr bedeu- 
tender selbstständiger Leistungen in der Malerei. Er war fruchtbar an Ideen, wusste 
solche mitzutheilen oder zu erwecken, und reich an Erfahrung in der Kunst und im 
Leben, wie an Bildung, die ihm bei seinem Unterricht ungemein fordernd zu gut kam; 
er war in allen Theilen der Malerei auf" s Gründlichste bewandert, ein Meister im 
Darstellen des Charakters, im Zeichnen, überhaupt in allem Technischen. Mit einer 
gewissen Grossartigkeit des Sinns wusste er zuweilen in seinen Bildern eine grosse 
Feinheit des Gefühls und eine holde Anmuth zu verbinden. In der Gesammtcompo- 
sition findet man zwar selten etwas tiefer Anziehendes und Würdiges , dagegen desto 
mehr Tüchtigkeit im Einzelnen. Mit ihm beginnt die Vorliebe für das Pathos des 
Schmerzes, welche in der Folge die vielen Ecce homo's und leidenden Marien der 
bolognesischeil Schule nach sich zog. 
Unter seine besten und besseren Bilder zählt man, ausser den genannten, im 
Museum zu B e rlin: die am Boden sitzende Maria betrachtet das göttliche Kind, welches 
ein Lamm herzt; die Speisung der fünftausend Mann; Venus, den Amor umarmend; 
den vor dem Kruziüx in Verehrung knieenden Karl Borromäus; zuBologna, woselbst 
sich die grüsste Anzahl seiner Gemälde befindet, in S. Bartolommeo di Porta Raveg- 
nana: S. Carlo am Grabe von Varallo; in S. Cristina: die Himmelfahrt Christi; in 
einer Kapelle von S. Domenico: die Heimsuchung und Geisselung Christi; in S. 
Paolo: das Paradies; in der Pinakothek: Madonna mit dem Kinde und Heiligen, 
in einer Engelglorie (aus der Kirche S. M. degli Scalzi); die Verklärung Christi; 
die Apostel, Petrus an der Spitze, bezeugen der Madonna ihr Mitleid über den Tod 
ChTiSti (frühe? in der Sßliriätei von S. Pietro); und verschiedene andere Bilder in 
Kirchen und Palästen; in der grossherzogl. Gallerie zu Darmstadt: Maria, das 
göttliche Kind unterrichtend und den betenden h. Franciscus; in der Gallerie zu 
Dresden: Christus mit der Dornenkrone und eine Ruhe auf der Flucht; in Eng- 
land und zwar in der Nationalgallerie: eine Susanna im Bad; in der Sammlung des 
Herzogs von Devonshire zu London: die Kreuztragung Christi, von reicher sehr 
edler Composition und feiner Empfindung in den Köpfen; in der Bridgewaterga-llerie 
ebendaselbst: eine Kreuzabnahme; die h. Katharina, welcher die h. Jungfrau im 
Traume erscheint und eine Pieta; in der Gemäldesammlung des kürzlich verstorbenen 
Dichters Rogers dort: Maria mit dem Kinde, ein äusserst liebliches, noch ganz in 
der Nachahmung des Correggio durchgefuhrtes Bild; in der Sammlung des Lords 
Ward: eine Misshandlung Christi; in der Gallerie in Landsdownehouse daselbst: 
Christus am Oelberg und eine h. Familie; in der Grosvenorgallerie dort: eine h. 
Familie, von einer für den Meister seltenen Tiefe und Wärme der Farbe; in der 
Gallerie des Sir Th. Baring zu Stratton: eine Bathseba; im Besitz des Hrn. Miles 
zu Leight-Court: eine h. Familie; in der Bildersammlung zu Castle-Howard: die 
Grablegung Christi, sehr edel in der Composition und in den Charakteren; im 
StädePsohen Institut zu Frankfurt a. M.: Maria, mit dem Kinde. auf dem Throne 
und Heiligen, Skizze zu einem Altargemälde; zu Genua. im Pal. Prignole: eine 
Verkündigung: im Pal. Filippo Durrazzo: eine Geisselung Christi; im Pal. Gaetano 
Cambiaso: eine Kreuzabnahme; im Pal. Pallavicini: Joseph's Traum; unter den 
Bildern im Museum zu Madrid; eine Dornenkrönung von sehr edler Haltung; in 
S. Maurizio zu Mantua: eine Verkündigung und eine h. Margarethe; im Pal. Ducale 
zu Modena: die Himmelfahrt Maria; Venus und Amor und eine Flora; in der Pina- 
kothek zu München: den h. Franz von Assisi mit der Vision eines musicirenden 
Engels; denselben Gegenstand etwas kleiner; eine Grablegung Christi und einen 
h. Franz von Assisi in Betrachtung; in den Studj zu Neapel: eine Grablegung und 
den Sturz des Zauberers Simon; unter den Gemälden im Louvre zu Paris: die Ver- 
kündigung Maria, in der Luft ein Concert von Engeln; Maria in Verehrung des 
Christkindes; Maria mit dem Kinde (gest. v. B. Roger, ferner von Bettelini);
        

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