Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043266
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Canini 
Cano. 
mehrerer Orden, erwarb sich nicht nur durch seine Bauten , sondern auch durch ver- 
schiedene Schriften über die Architektur der alten Völker, auch über alte Denkmäler 
und Bauten, welche durch die von ihm geleitete Aufgrabungen aufgedeckt wurden, 
z. B. seine Beschreibung von Tusculum, eine Abhandlung über die Formen der alt- 
christlichen Architektur auf neue Kirchenbauten, vieles Verdienst. Sein neuestes 
Werk vom Jahr 1853 behandelt die Aufgrabung der Via Appia. 
Oanini, Giannangiolo, Historienmaler, geb. zu Rom 1617 , gest. zu Paris 1666, 
war ein Schüler von Domenichino und Barbalonga, und wurde später Hofmaler 
der Königin Christine von Schweden, arbeitete aber bei grossem Talent ziemlich 
flüchtig und verwandte mehr Zeit auf das Studium der Alterthiimer, über die er zwei 
Werke herausgab, als auf die Malerei. Ein leicht und geistreich von ihm gestochenes 
Blatt: Kardinal Julius Mazarini ist sehr selten. 
Canlassi, Guido, genannt Cagnacci, Historienmaler, geb. zu S. Arcangelo 1601, 
gest. zu Wien 1681, war ein Schüler von Guido Reni, in dessen Styl er schul- 
gerecht, zart und üeissig malte. Er fertigte übrigens in Italien nur wenige Bilder, 
da er sich frühzeitig an den Hof Kaiser Leopolds begab, wo er vielfach beschäftigt 
wurde. In der Dresdner-Gallerie sieht man von ihm eine büssende Magdalena; 
in der Pinakothek zu München: eine Magdalena, von einem Engel gen Himmel 
emporgehoben; eine büssende Magdalena und die schmerzhafte Mutter Christi; in 
der Gallerie des Belvedere zu Wien: abermals eine büssende Magdalena; Cleopatra 
lässt sich durch eine Schlange am Arme stechen; den h. Hieronymus in einer Höhle. 
Seine Lucretia, ehedem im Hause Isolani, sowie sein grossartiger David in der Samm- 
lung Colonna, wurden von der bolognesischen "und römischen Schule häufig wieder- 
holt. Beauvarlet, Cunego, Mogalli und Prenner haben nach ihm gestochen. 
Canneri, Anselmo, Maler aus Verona, der von 1560-1575 blühte. Er war ein 
Schüler von Carotto und Gehiilfe des Paolo Veronese bei mehreren Arbeiten, 
führte aber auch selbst viele Oel- und F rescomalereien zu Soranzo, zu Castelfranco, 
namentlich aber in Vicenza aus. 
C3110, Alonso, einer der berühmtesten spanischen Meister, geb. zu Granada 1601, 
gest. 1667 daselbst, war Architekt, Bildschnitzer und Maler, zu welcher Vereinigung 
der Künste in einer Person die Prachtaltäre spanischer Kirchen der damaligen Zeit, 
die fast zu gleichen Theilen aus Gemälden, Sculpturen und Architektur bestancßn, 
vielfältige Veranlassung gaben. Die Baukunst erlernte er bei seinem Vater Miguel 
Cano, die Bildhaucrkunst bei Juan Martinez Montanes und die Malerei bei 
Fr. Pacheco und Juan del Castillo, aber schon in seinen ersten Altären in S, 
Alberto und in S. Paula zu Sevilla übertraf er seine Lehrer in sännntlichen Künsteyh 
Obgleich er Italien nicht gesehen, schwang er sich dennoch aus der naturalistischen 
Richtung seiner heimathlichen Zeitgenossen zu einer mehr klassischen Behandlung 
der Form empor, so dass die edle Einfachheit in allen seinen Werken, die Kennt-miss 
und richtige Anwendung der Anatomie bei _den nackten Theilen , das eigenthümliche, 
taktvolle Maasshalten an einen, nach den Mustern der Antike gebildeten Styl erinnert 
Seine Sculpturen übertreffen an Feinheit der Zeichnung und Schönheit der Formen 
in Verbindung mit der sorgfältigsten Ausführung in estofado Alles, was in Spanien 
in dieser Art gelciSßf-lß worden iSt. Der Ausdruck Seiner Mßdmlnenküpfe ist zugleich 
von einer Lieblichkeit. wie solche bei seinen Landsleuten nur selten vorkommt. Sc 
sieht man in der Sakristei der Kathedrale zu Granada Einige Statuetten, worunter 
eine Conception, ein wahrhaft zauberhaftes Werk von kaum einen Fuss hohen Figuren. 
Die Maria einer zweiten Conception ebendaselbsb, zu deren Füssen in den YVolken 
vier Engelsknaben und drei Engelsköpfchen schweben, in der Art, wie sie Murillg 
in seinen Bildern anzubringen pflegte , ist ernster gehalten, von Wüydg und Einfalt, 
Weniger fein in der Behandlung ist eine kleine sitzende heil. Jungfrau mit dem 
Christuskind auf dem Schooss; von guter Arbeit aber sind zwei kleine Franziskaner. 
statuetten: Pedro de Candara, mit einer Taube, und S. Anton von Padua, das Christ. 
kind im Arme haltend. Sehr merkwürdig sind endlich zwei kolossale Büsten in Kork 
geschnitten und in estofado bemalt, die Adam und Eva verstehen sollen und von Canc
        

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