Camus
Canina.
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Im Porträtfach war Camuccini ausgezeichnet und es gehören unter seine schönsten
derartigen Hervorbringungen die Bildnisse des Königs und der Königin von Neapel,
das der Gräfin von Dietrichstein und das Pius VII., in der k. k. Gallerie zu Wien
(woselbst sich auch ein anderes Bild; die Eilthaltsamkeit des Scipio," befindet). Meh-
rere seiner Werke hat B ettelini gestochen, auch kamen mehrere Blättereines Lebens
Christi nach seinen Hauptmomenten in Lithographien heraus "E
Oamus, Pierre Duval le, Porträt- und Genremaler, Ritter der Ehrenlegion- und
Mitglied" mehrerer Akademien , geb. zu Lisieux 1790 , Schüler von D avid," 'widmete
sich erst dem Porträt- und historischen Fach, folgte aber später seiner Neigung für
Schilderungen aus dem täglichen Leben und legte sich ganz auf die Genremalerei.
Seine Gemälde, in denen er sich der Art der üammändischen Meister, namentlich des van
Steen, ziemlich nähert, ohne jedoch deren Harmonie der Farben zu erreichen, sind
meistens der besseren feineren Gesellschaft entnommen und zeichnen sich durch grosse
Genauigkeit der Zeichnung, Zartheit und Weichheit des Pinsels, sowie durch ge-
schmackvolle und geistreiche Composition aus. Die meisten und besten seiner Bilder,
deren er eine übergrosse Zahl ausführt-e, sind lithographirt, darunter: das Hochzeit-
präsent; die Abreise conscriptionspflichtiger Matrosen; heimkehrende Matrosen;
Heimkehr vom Fischfang; die Wolfsjagd; Einsegnung armer WVaisenkinder; ein im
Schnee verirrter Bauer von Mönchen mit Hunden gefunden u. s. W.
Canachus, siehe Kanachos.
Canale, Antonio, auch Canal geschrieben und Canaletto genannt, sehr geschickter
Prospektenmaler, geb. 1697 zu Venedig, gest. daselbst 1'768, war ein Schüler seines
Vaters, eines Dekorationsmalers mit Namen Bernardo Canale. Er malte an-
fänglich selbst Theaterdekorationen, ging aber schon 1'719 nach Rom, wo er die
Altcrthümcr der Stadt und Umgebung copirte und bald iniden Ruf eines treiflichen
Landschaftsmalers kam. In sein Vaterland zurückgekehrt, malte er hierauf beinahe
ausschliesslich Ansichten von Venedig, die sich wegen der TVahrheit und Natur, der
gfgsgen XVirkung, der ungemein sicheren und tüchtigen, wenn auch hin und wieder
etwas dekorativen Behandlung, die sie auszeichnen, eines ausserordentlichen Beifalls
erfreuten, und auch heute noch gesucht sind. Die meisten davon wurden von
Tigp 010 mit Figuren staifrt. Canale reisste später auch zweimal nach London,
malte daselbst die schönsten Gegenden und erwarb sich damit Ruhm und Vermögen.
Es wird behauptet, er sei der erste gewesen, der sich der Camera obscura bei seinen
Bildern bedient. Seine Gemäldefderen er eine ungeheure Menge ausführte, be-
ünden sich in allen grösseren europäischen öffentlichen und Privatsammlungen. Die
Schönsten sieht man in den Gallerien zu Berlin , Dresden, München, Paris und Wien
und in mehreren Sammlungen Englands. Sie dürfen nicht mit denen des Bernardo
Bellotto, der auch Canaletto genannt wurde, verwechselt werden.
Antonio rndn-fe auch 31 Blätter Ansichten von Venedig, die unter dem Titel:
Vedute altre preso da i luoghi altre ideate da Antonio Canale e da. essa intagliate
herauskanren. efL
Canaletto , siehe den Vorigeu und 3911012120.
Canderron, Bernardino, ein spanischer Maler, Welcher 1514-18 im Auftrag
des Kardinal Ximenes de Cisnoros in GcmeinSChüfb mit Fray Felipe und Alonso
Vasquez für die Kathedrale von Toledo ein Missale in 6 Bänden mit Miniaturen
schmückte, die man noch jetzt zu dem Schönsten zählt, was die spanische Kunst in
dieser Art hervorgebracht hat.
Candid, P., siehe Witte de.
Canella, Giuseppe, Architektur- und Seemaler in Mailand, gest. 1847 zu Florenz,
einer der ileissigstcn Künstler, der oft ein grosses Bild in zehn Arbeitsstunden voll-
endete und Ehre und Beifall damit erndtete. Zu seinen besten Bildern gehören: An-
Sichten der Stadt Paris und dCr BoulevivfdS, des Mailänder Doms, des Hafens von
Hßniicur, der Kirche Sie Croce in Florenz, der neuen Strasse von Venedig u. s. w,
Canina, Luigi, Architekt und Professor der Akademie der Künste in Turin, Ritter
' Abgebildet in den D enkmälern der Kunst. Atlas zu Kuglers Handb. d. Kunstgesch. Tat". 104, Fig. 6-8-
Müller, Künstler-Lexikon. 17