Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043244
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Campi, Vincenzio 
Camuccini. 
Pittura Cremonese des Grafen Vidoni) , und die iVölbungen derselben Kirche; ferner 
viele Fagaden von Palästen in Helldunkel und Wand- und Deckengemälde zu Cre- 
mona; endlich im Nonnenkloster S. Paolo zu Mailand: vier Bilder, worunter eine 
Bekehrung Pauli; für die Kirche der Passion daselbst: Christus am Kreuz, in Oel, 
und in dem grossen Saale der Burg Soragno im Parmenesischen: die Heldenthaten 
des Herkules, in denen er sich namentlich als einen grossen Zeichner des Nackten 
erwiess (gest. v. Ghisi). In seinen Bildern strebte er vor Allem nach Grossheit der 
Zeichnung, die er von Giul. Romano erlernte, dann nach der Anmuth des Cor- 
reggio und nach dem Colorit des Tizian und Pordenone. Er vernachlässigte 
darüber aber das Studium der Natur durchaus nicht und die aus seiner nächsten Um- 
gebung mit Geschmack gewählten und in seine Bilder aufgenommenemFrauenköpfe 
sind allerliebst in Ausdruck und Bewegung. 
Campi, Vincenzio, der dritte Sohn des Galeazzo, gest. 1591, war der uner- 
miidete Gefährte seiner Brüder bei ihren Arbeiten, kam ihnen im Colorit auch fast 
ganz gleich, nur in der Zeichnung stand er ihnen nach. Von eigenen Bildern von 
ihm führt man vier Kreuzabnahmen zu Cremona an, von denen die im Dom sehr 
gelobt wird. Auf Darstellungen in kleineren Dimensionen scheint er sich besser ver- 
standen zu haben und man rühmt namentlich einige derartige auf Schiefer gemalt-e 
Bildchen. 
Campione, Bonino da, Bildhauer, Schüler des Giov. di Balduccio aus Pisa, 
fertigte (vor 1375) das reichgeschmückte Grabmonument des Can Signorio della Scala 
zu Verona und vermuthlich auch das Monument des h. Augustin im Dome von Pavia, 
wiederum ein Werk von überaus reicher Composition. 
Campione, Jacopo da, Baumeister, gest. 1398, arbeitete am Dom zu Mailand und 
begann 1396 den Bau der Karthause bei Pavia. 
Campione, Isidoro da, siehe Bianchi. 
Campione, Marco da, Baumeister, erbaute im 14. Jahrhundert die Johanniskirche 
in Monza, auch soll er die erste Zeichnung zum Dom in Mailand gefertigt haben. 
Gamuccini, Vincenzo, Ritter, Historien- und Porträtmaler, vieljähriger Inspektor 
der öffentlichen Gemälde der päpstlichen Gallerie und der Mosaikfabrik, geb. 1773 
zu Rom, gest. daselbst 1844, machte von früher Jugend an die eifrigsten Studien 
nach der Antike und nach den g1'ossen Meistern Raphael, Andr. del Sarto, 
Domenichino  so dass er schon zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts für 
einen der besten römischen Künstler galt. Sein Name knüpft sich allerdings an das 
Wiederaufblühen der Künste in Italien, auch zeigt er sich in seinen zahlreichen, viel- 
fach der Geschichte Roms und des Mittelalters, sowie der Legende entnommenen Ge- 
mälden; als ein sehr geübter Zeichner, der es versteht, eine grosse Composition ver- 
Ständig zu gruppiren und durch richtige Berechnung gewaltiger Massen Wirkung 
hervorzubringen; doch hat er sich von dem deklamatorischen und äusserlichen fran- 
zösischen Wesen, mit dessen Herrschaft seine Jugend zusammentiel, nie ganz frei zu 
halten vermocht. Zu seinen vorzüglichsten Werken sind einige Cartons und kleinere 
gemalte Skizzen zu zählen, die sich von seinen Oelgemälden nicht nur durch grössere 
Freiheit und Naivität auszeichnen, sondern sich überhaupt denen der ersten Meister 
an die Seite stellen. Die ersten Gemälde, mit welchen er Aufsehen erregte , waren 
der Tod des Cäsar und der Tod der Virginia, Bilder mit lebensgrossen Figuren, die 
sich durch tüchtige Zeichnung, Adel der Charaktere, Bestimmtheit des Ausdrucks und 
kräftiges und klares Colorit auszeichnen, dagegen in der Anordnung zu sehr an die 
französisch-theatralische Weise erinnern. Ihnen folgte eine Darstellung im Tempel 
(für S. Giovanni zu Piacenza), der ungläubige Thomas, dem die Ehre wiederfuhr, für 
die S. Peterskirche in Mosaik gebracht zu werden, lauter Gemälde, in denen die Italiener 
ihre Hoffnung, Camuccini, als die höchste Zierde der römischen Schule betrachten zu 
können, verwirklicht glaubten. Ausser verschiedenen Scenen aus der römischen Ge- 
schichte, malte er ferner: eine Grablegung Christi für Karl IV. von Spanien, Christus 
in der Vorhölle, die Bekehrung Saul's für die Kirche der Apostel zu Rom; das 
YVunder des h. Francesco di Paolo, für die Kirche dieser Heiligen zu Neapel u.s.W.
        

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