Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043188
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Calvi , 
Lazzaro 
Camassei. 
gest. 1619 zu Bologna, malte anfänglich Landschaften und begab sich in der Absicht, 
sich mehr dem figürlichen Fache zu widmen, nach Italien, wo er zu Bologna unter 
Prosper Fontana die Perspektive studirte und in Lor. Sabbatinis Schule sich 
zum Historienmaler heranbildete. Als Letzterer von Papst Gregor XIII. nach Rom 
berufen wurde, begleitete Calvart seinen Lehrer und half ihm bei seinen dortigen 
Arbeiten im Vatikan. Nach Bologna zurückgekehrt, errichtete er hier eine Schule, 
aus welcher viele und nachher sehr berühmt gewordene Meister hervorgingen. Guido 
Reni, Albani, Dtomenichin o besuchten sie, gingen aber später in die der C aracci. 
Calvart gehörte zu den besseren Künstlern unter den Manieristen , welche 
den grossen Meistern der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts folgten. Er verband 
mit dem anmuthigen Styl des L. Sabbatini eine deutsche Gründlichkeit, die an 
Albrecht Dürer erinnert und eine warme blühende, den besseren Coloristen der 
niederländischen Schule entlehnte Färbung. Wenn er auch nicht ganz frei von Manier 
war und seinen Figuren oft der erforderliche Anstand fehlt, so erkennt man doch in 
seinen Bildern einen ernsten, der Oberflächlichkeit und dem täuschenden Scheine 
abholden Sinn. Es sind indessen auch manche von Guido Reni und Albani ge- 
malte, von Calvart nur übergangene darunter. Die meisten von ihnen trifft man in 
Bologna, wo man u. A. in S. Petronio seinen: Erzengel Michael; in S. Maria alle 
Grazie: das Fegfeuer; in ai Servi: ein grosses Paradies sieht. In England befindet 
sich von ihm in der Gallerie von Alton Tower: eine Maria mit dem Kinde und dem 
h. Franciscus; in der Sammlung in Burleighouse: die Verkündigung der Maria, beides 
Bilder von blühender Farbe. Die Eremitage zu Petersburg besitzt von ihm einen 
Besuch der Maria; die Gallerie des Belvedere in WVien: einen Mannskopf.  Hiero- 
nymus Wierix, Ph. Thoniassin, R. Sadeler haben nach seinen Blättern ge- 
stechen. 
Galvi, Lazzaro, geb. 1502, gest. 1607, und Pantaleo, gest. 1595, Maler zu Genua, 
Söhne des Malers Agostino Calvi und Schüler des Perino del Vaga, fertigten viele 
Arbeiten in Genua, Monaco und Neapel in jeder Art von Figuren, Grotesken, Gyps- 
arbeiten, womit sie Kirchen und Paläste in der Art ihres Lehrers schmückten. Einige 
derselben, wie die Arbeiten an der Facade des Palastes Spinola, Gefangene in ver- 
schiedenen Stellungen darstellend; im Palaste Pallavicini al Zerbino , wo sie Scipio's 
Enthaltsamkeit malten; die Geburt Johannis in der Kapelle der Centurioni, eines 
der gelungensten und eigenthümlichsten Bilder des La-zzaro, werden gerühmt. Als 
jedoch Letzterer jüngere Künstler auf Kosten seines eigenen Rufs steigen sah, griff 
er zu den schlechtesten Mitteln, zu Verläumdung und Gift, um seine Nebenbuhler 
zu besiegen , und legte, als trotz dieser Schätndlichkeiten der Ruhm des Luca Cam- 
biaso den seinigen verdunkelte, 20 Jahre lang den Pinsel nieder. Eines seiner 
letzten Werke an den YVänden und der Kuppel von S. Caterina verräth bereits alle 
Spuren des Alters. Er hörte im 85. Jahre zu malen auf, wurde aber 105 Jahre alt. 
Calvi, Pompejo, Maler, geb, zu Mailand 1806, Schüler von Migliara, fertigt in 
der Manier seines Lehrers Landschaften, namentlich aber treffliche Ansichten von 
Kirchen, Klöstern etc. Die Gallerie des Belvedere zu Wien besitzt von ihm: eine 
Ansicht der Ueberreste der Säulenhallen der Octavia zu Rom (1834) und das Innere 
des Domes zu Monza mit Figuren (1838). 
Galza, AIItOIIiO, ein Historien- und Schlachtenmaler zu Verona, der zu Anfang des 
vorigen Jahrhunderts blühte und ein Schüler von C ign an i war, aber später J. C ourt ois 
nachahmte. In Toskana, Mailand und besonders in Bologna sieht man eine Menge von 
Schlachtenbildern von ihm, deren Motive von seinen Schülern vielfach zu weiteren 
Gemälden benützt wurden.  
Calzo oder Calze , siehe Cuningham. 
Oamassei, Andrea, Maler und Kupferätzer, geb. zu Bevagna 1602, gest. zu Rom 
1648, ein Schüler von Dom enichino und A. Sacchi, malte Kirchenbilder und Land- 
schaft-en in Oel und in Fresco, die man besonders zu Rom sieht und die Wegen dem 
fleissigen Studium des Nackten, der Grazie und schönen Färbung sehr gelobt werden.
        

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