Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043131
Caliari , Paolo. 
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keit der Motive, der Pracht der Farbe, insbesondere in den herrlichen Costümen der 
damaligen Zeit, der ausserordentlichen Haltung, der grossen Klarheit, der sehr brei- 
ten , aber dennoch {leissigen Behandlung bewundernswürdige, kolossale Meisterwerk 
vollendete Paolo am 8. Sept. im Jahr 1563 und er erhielt dafür (wie aus dem in den 
Archiven des Klosters aufbewahrten Kontrakt [vom 6.Juni 1562] hervorgeht), ausser 
der Verköstigung und einem Fass Wein die Summe von 324 Silberdukaten (etwa 
450 Gulden rhein.). Die übrigen Bilder im Louvre sind: Christus mit den Jüngern 
zu Emaus (gest. v. Thomassin), ein im hellsten Goldton gemaltes Bild mit meister- 
haften Porträts, worunter auch das der Frau des Malers; Joseph empfiehlt dem, auf 
dem Schoose der Maria sitzenden Christuskinde eine Benediktinernonne, welche im 
Begriff steht, die , von der h. Magdalena emporgehobene Hand desselben zu küssen 
(gest. v. Boutroi); Christus heilt die Schwiegermutter des Petrus vom Fieber, ein 
geistreiches Bildchen von ungemeiner Klarheit der hellen reizenden Farben; Christus 
am Kreuz zwischen den beiden Schächern, ungewöhnlich edel und dramatisch im 
Ausdruck und in den Motiven und sehr iieissig, in einem feinen, klaren Silberton 
durchgeführt; Magdalena wascht die Füsse Christi im Hause Simons des Pharisäers 
(gest. v. Val. Lefebvre); dieses durch schöne Charakterköpfe, namentlich durch 
einen sehr edlen Christus ausgezeichnete Gemälde wurde vom Meister für das Re- 
fektorium der Serviten zu Venedig zwischen 1570-157 5 ausgeführt, von der Repu- 
blik Venedig aber im Jahr 1665 dem König Ludwig XIV. von Frankreich geschenkt; 
eine Frau reicht einem Kinde, das sich vor einem Hunde fürchtet, die Hand (gest. 
v. Forster), ein Bild von sattem Goldton der Färbung und von vortreiflichem Im- 
pasto; Loth und seine Töchter durch Engel aus dem untergehenden Sodom gerettet 
(gest. v. B. Audran), genreartig aufgefasst, aber geistreich ausgeführt, mit schöner, 
ileissiger Landschaft; Esther wird beim Anblick des zornigen Ahasverus ohnmächtig, 
sehr lebendig, dramatisch und von vortreiflicher Haltung; Christus sinkt unter der 
Last des Kreuzes zusammen, glücklich in der Composition, edler als meist im Aus- 
druck der Köpfe und iieissig ausgeführt; die keusche Susanna von den Alten im Bade 
überrascht (gest. v. E. Smith), von grosser Energie in den Charakteren und breitem 
meisterlichem Vortrag; Maria mit dem Kinde , der h. Katharina und den h. h. Bene- 
dikt und Georg (gest. v. Brebi-ette).  Die Eremitage in S. Petersburg ver- 
wahrt ebenfalls eine Anzahl ausgezeichneter Gemälde des Meisters, unter denen man 
besonders: eine Grablegung, eine Ruhe auf der Flucht nach Aegypten, eine An- 
betung der Könige und eine heil. Familie rühmt.  Die Kirche S. Giuliano zu Ri- 
mini besitzt ein Altarbild von Paolo, das Martyrium der Kirchenheiligen darstellend. 
 Zu Rom rühmt sich die Gallerie Borghese ebenfalls des Besitzes mehrerer Bilder 
von Veronese, nämlich: eines Johannes des Täufers in der Wüste, einer Darstellung 
der Venus, des Amor und eines Satyrs und der Tischpredigt des h. Antonius. Im 
Pal. Braschi daselbst zeigt man eine Lucrezia, in der vatikanischen Sammlung eine 
h. Helena, und in der Gemäldegallerie des Kapitels eine büssende Magdalena.  Im 
MUSEUM der bildenden Künste zu Stuttgart werden Paolo auch einige Bilder zu- 
geschrieben: eine Maria mit dem Kiude, dem h. Joseph und dem kleinen Johannes; 
zwei Scenen aus dem Martyrium der h. Christina und, das treifliche Porträt einer 
Vellefiüllisßhen Dame.  Die Kirche S. Maria Magdalena zu Treviso enthält ein 
Altarbild von Veronese, ein Noli me tangere.  Die k. Gemäldesammlung zu Turin 
besitzt: den Besuch der Königin von Saba bei Salomo, Magdalenens Fusswaschung 
und die Findung Mosis.  Am reichsten und glänzendsten ist übrigens der Meister 
in Venedig vertreten. Hier sieht man u. A. von ihm: in der Kirche S. Sebastiano, 
in welcher der Meister begraben liegt und seine Büste aufgestellt ist, Wände und 
Altäre mit einer zahllosen Menge von Werken seiner Hand geschmückt, von denen 
namentlich die drei sehr grossen, mit aller Sorgfalt und aller Herrlichkeit seines 
Colorits (l560_1565) ausgeführten Gemälde, welche das Ende des h. Sebastians, 
den Gang zum Richtplatz (vom Jahr 1565), die Folter und seinen Tod darstellen, 
hervorgehoben zu werden verdienen. Das Hauptaltarbild ist eine Madonna in der 
Gloria mit Vielen Heiligen vom Jahr 1558. Die grossen Flügel der Orgel in der-
        

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