Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043126
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Paolo. 
Caliari , 
Darstellung im Tempel und einige Porträts, unter denen man das seiner Frau er- 
kennt; in den Uffizien daselbst: eine Kreuzigung, eine heil. Familie mit der heil. 
Katharina, die Königin von Saba und mehrere Bildnisse, worunter das des Meisters 
selbst.  Im StädePschen Institut zu Frankfurt a. M. bewahrt man von der Hand des 
Meisters: die mystische Vermählung der h. Katharina, eine Wiederholung im Kleinen 
von dem berühmten Altarbild in der Kirche S. Catterina zu Venedig; Mars und 
Venus, nach des Meisters Composition von einem seiner Schüler ausgeführt.  Zu 
Genua lindet man im Pal.Brignole: eine Geburt Christi; eine Anbetung der Könige; 
die Geschichte der Judith und eine Verkündigung; im Palazzo Filippo Durazzo: die 
Vermählung der h. Katharina; im Palazzo Marcello Durazzo (jetzt Reale): Christus 
an der Tafel Simon's des Pharisäers , während ihm Magdalena die Füsse wascht, und 
ein dem Paolo Veronese zugeschriebenes Bild, Olind und Sophronia.  Unter den 
46 Bildern, welche das Museum zu Madrid von Paolo Veronese besitzt, befinden 
sich, ausser einigen tüchtigen Porträts und den Darstellungen der Findung Mosis, 
der Familie Kains , einer Susanne. im Bad, einer Anbetung der Weisen, Jesus unter 
den Schriftgelehrten, nur zwei von grösserer Bedeutung: das Märtyrthum des 
heil. Gines und das in hohem Ruf stehende Gemälde: Venus und Adonis.  Zu 
Magnadale, im Trevisanischen, malte Paolo ein grosses Gastmahl der Kleopatra 
im Pal. Manolesso Ferro, al Fresco, das mit vielen andern Fresken seiner Hand 1833 
noch wohl erhalten war. In der Brera zu Mailand zeigt man: eine Hochzeit zu 
Cana; eine Taufe Christi; eine grosse Anbetung der Weisen; Christus im Hause 
des Pharisäers; die h. h. Cornelius, Antonius abbas und Cyprian, eines der schönsten 
seiner sogenannten heiligen Gespräche. In dem Saale des oberen Stockwerks 
eines von Palladio erbauten, den Grafen Manin gehörigen Hauses zu Masero bei 
Asolo im Trevisaner-Gebiet sieht man noch, ausser einer Gruppe von Bildnisstiguren, 
unter denen der Maler selbst steht, in einer Lunette: Bacchus und Ceres mit Nymphen; 
in einer zweiten Vulkan, Venus und Flora mit Amor und Nymphen; die vier Elemente 
in den vier Ecken und in der Mitte den Olymp; ferner in Nischen acht musicirende 
Weibliche Figuren.  Auch das Museum von Montpellier ist im Besitz eines Bildes 
von Paolo Veronese: einer Vermählung der h. Katharina.  Die Pinakothek zu 
München zählt 13 Bilder von ihm: die Gerechtigkeit und Klugheit; eine Mutter 
mit drei Kindern; der Glaube und die Andacht; die Stärke und die Mässigkeit; eine 
heil. Familie; den Selbstmord der Kleopatra; Maria auf der Flucht nach Aegypten 
ausruhend (mit dem Namen des Meisters bezeichnet); die Ehebrecherin vor Christus; 
den gläubigen Hauptmann, Christus auf den Knien um die Heilung seines Knechtcs 
bittend; einen Amor, der zwei Hunde an Ketten hält; das Opfer der h. drei Könige; 
und zwei Porträts , worunter das Brustbild des Meisters, Ueberdies befand sich noch 
1852 zu München im Privatbesitz des Hrn. David Lenoir, Direktor 1188 Handelsinsti- 
tuts, eine kleine Darstellung im Tempel von Paolo , die alle Zeichen der Ursprüng- 
lichkeit trägt.  In den Studj zu Neapel schreibt man ihm die Krönung eines 
Dogen zu.  Ein Meisterwerk ersten Ranges von ihm ist das Hochaltarbild in S. 
Giustina zu Padua, das Martyrium der heil. Justina (gest. v. Agostino Caraeei) 
vorstellend.  Im Louvre zu Paris sieht man von Paolo I2 Gemälde, unter denen 
die Hochzeit zu Cana (gest. v. Mitelli, von Jackson und neuerdings ausgezeichnet 
von Z. Prevost) das berühmteste wie das schönste und grösstc (30 Fugs breit und 
20 Fuss hoch) Bild dieser Art, welches der Meister für das Refektorium von S. Giorgio 
maggiore zu Venedig ausgeführt, zuerst bemerkt zu werden verdient. Die 130 
Figuren, welche auf diesem Prachtbilde die Tischgesellschaft bilden, sollen fast lauter 
Porträts gleichzeitiger Personen sein und man will vornehmlich in den in der Mitte 
um einen Tisch gruppirten Musikanten Paolo Veronese selbst und Tintoretto, welche 
das Violoncell spielen, den greisen Tizian im Damastgewande , welcher den Contre- 
bass spielt, den alten Bassano, welcher die Flöte bläst, dann unter den übrigen 
Gästen Franz I., König von Frankreich, und Maria, Königin von England, Kaiser 
Karl V. und Soliman I., Sultan der Türken, die Vittoria Colonna, Marquisin von 
Pescara u. s. w. erkennen. Dieses wegen der Menge von Gestalten, der Mannigfaltig-
        

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