Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042989
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Burgkmair , Thoman 
Burgschmiet. 
in 237 Blättern, wovon 24 sein Zeichen H. B. tragen, und den grossen Triumphzug 
desselben Kaisers, ein TVerk, das alle Stände und Geschlechter, Bauern und Bürger, 
Ritter und Knechte, Fürsten und Grosse des Reichs, Kriegsleute und Spielleute aller 
Art, alle dem deutschen Scepter unterworfenen Nationalitäten, wie den Kaiser und 
seine Räthe jener Zeit, mit ungemeiner Wahrheit verführt. Er arbeitete an dem- 
selben mit Albrecht Dürer, doch enthalten die meisten Blätter sein Zeichen. 
Unter einer Menge anderer Arbeiten ist ferner der, ebenfalls in Gemeinschaft mit 
Dürer unteruommene berühmte Tewrdank anzuführen. Von den h. Männern und 
Frauen, entsprossen aus der Familie (des Kaisers Maximilian, aus 150 Abbildungen 
nach seinen Zeichnungen bestehend, kam im Jahr 1799 ein WViederabdruck von 119 
Platten heraus. Zu den schönsten Holzstichen, welche man ihm zuschreibt, zählt man: 
Hieronymus Baumgartner (1522); den h. Georg zu Pferd (Helldunkel); den h. Radian, 
wie er von zwei Wölfen angefallen wird; einen Christuskopf auf dem Schweisstuch; 
den Todesengel; Maximilian I. (1518); Julius II. (1511). 
Seine Söhne Friedrich und Hans, welche noch um 1570 bis 1575 vorkommen, 
waren ebenfalls Maler, besassen aber, aus ihrem gemeinschaftlich um das Jahr 1534 
ausgeführten Bilde des Christus im Limbus in der S. Annenkirche zu Augsburg zu 
schliessen, nur ein geringes Kunsttalent, das sich in abenteuerlichen Darstellungen 
gefiel und auch schon völlig zur Manier einer verkehrten Nachahmung der Italiener 
übergegangen war. 
Literatur. Waagen, Kunstwerke und Künstler in Deutschland.  Förster, Geschichte der deutschen 
Kunst.  Heller, Geschichte der llolzschneidekunst.  Bartsch, Le peintre graveur. 
Burgkmair, Thoman oder Thomas, Vater des Hans Burgkmair und Schwieger- 
vater des älteren Holbein, 1460- in den Zunftbüchern der Augsburger-Maler ver- 
zeichnet, gestorben 1523, soll die zwei, von Bürgermeister Walther 1480 gestifteten 
Tafeln (gegenwärtig an den Pfeilern gegenüber dem Chor im Dom zu Augsburg), 
Christus zu S. Ulrich sprechend und Maria mit der h. Elisabeth von Thüringen und 
der Frau des Donators gemalt haben, Bilder, die mit ihrer derben Ausführung, den 
weiten starkfaltigen Gewändern mehr an die Holzschnitzereien jener Zeit erinnern, 
als dem strengen Styl der damaligen Malerei entsprechen. Die Behandlungs- 
weise mit ihrer Färbung von tiefen schwerbraunen Schatten und hellen scharfen 
Lichtern schliesst jedoch eine gewisse Würde nicht aus. Ein Gemälde in der Augs- 
burger Gallerie, ursprünglich für das dortige Katharinenkloster bestimmt, die h. h. 
Sebastianus und Laurentius darstellend, verräth dieselbe Hand, kann aber nicht mit 
Gewissheit Thoman Burgkmair zugeschrieben werden. Ebenso verhält es sich mit 
einem Gemälde der Pinakothek in München, die h. h. Liborius und Eustachius dar- 
stellend,_ das dort, als von Hans Burgkmair gemalt, angeführt wird. 
Burgschmiet, Daniel, Bildhauer und Erzgiesser zu Nürnberg, der Sohn eines 
Steinhauers, geb. 1796, erlernte Anfangs die Drechslerei, übte aber frühe schon sein 
Talent in allerhand kleinen geschnitzten Figuren an einem, gemeinschaftlich mit dem 
Steinzeichner C. P. Buchner zu Stande gebrachtem Automatenkabinet und anderen 
artigen Spielereien, bis es ihm gelang, dasselbe unter Reindel's Leitung für die 
Bildhauerkunst auszubilden. Seine ersten öffentlichen Arbeiten waren ein paar Stand- 
bilder für das neu errichtete Waisenhaus zu Nürnberg, nach Heideloffs Zeich- 
nungen. Hierauf nahm er thätigen Antheil an der Wiederherstellung des schönen 
Brunnens, der Jacobskirche  führte 1826 nach Heideloffs Zeichnung das 
lebensgrosse Standbild Melanchtons, nächst der Aegidienkirche zu Nürnberg, aus, 
und studirte sodann unter Crossatiere in Paris die Erzgiessekunst, in welcher er es 
binnen kurzer Zeit zu einem der ersten Meister in diesem Fache brachte. Er goss 
das Dürerdenkmal, nach Rauch's Modell (1846); das Beethovensdenkmal zu Bonn 
(1844), nach HähneTs Modell; die reich mit Bildwerk geschmückten Bronzethüren 
der Göthegallerie im Schlosse zu Weimar, nach den Zeichnungen von Neher von 
Angelica Facius modellirt; die Statue Kaiser Karl IV. zu Prag (1849), nach 
HähnePs Modell; das Denkmal des badischen Ministers Winter in Karlsruhe (1851), 
nach dem Modell von Reich; Luthefs Denkmal zu Möhra (1853), nach dem Modelle
        

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