Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042666
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Brueggemann 
Brugger. 
Brueggemann, Hans, Bildschnitzer, fertigte 1515--1521 das grosse Altarschnitz- 
Werk im Chore des Doms zu Schleswig (lith. von C. Chr. A. Blöhndel), mit zahl- 
reichen Darstellungen aus der Leidensgeschichte, von derb naturalistischer Auf- 
fassung aber ungemein lebendiger Durchbildung. In den Volksscenen herrscht eine 
humoristische Laune vor, während die idealeren Gestalten in grossartiger Würde 
erscheinen. Obgleich die Compositionen malerisch angelegt sind, ist die Behand- 
lung im Einzelnen doch mit glücklichem plastischem Sinne durchgeführt. Ausserdem 
werden diesem Künstler noch die Reste eines Tabernakels aus der Kirche von Husum, 
sowie ein Altar in der Pfarrkirche von Segeberg zugeschrieben. Hat er wirklich 
diesen letzteren ausgeführt, so ist es eine Jugendarbeit des Meisters. 
Bruelow, Alexander, ein höchst einsichtsvoller und kenntnissreicher russischer" 
Architekt, der sich auf der Akademie zu Petersburg, dann in Rom und von 1826 in 
Paris bildete, nach Petersburg zurückgekehrt und Professor der Architektur an der 
kaiserlichen Akademie daselbst wurde, Comthur des Wladimir-Ordens, und u. A. das 
Michailofsche Theater, das Observatorium der Akademie und (in Gemeinschaft mit 
Strassoff) den neuen Winterpalast erbaute. Nach seinen Zeichnungen ist auch das 
gusseiserne Denkmal der Vaterlandsvertheidigel" vom Jahr l 81 2 in Nowgorod ausgeführt. 
BIIIBIOW, Karl, Historien-, Genre- und Porträtmaler, Ritter des Wladimir Ordens, 
Professor an der Akademie zu Petersburg, geb. daselbst um 1800, ein Bruder des 
Vorige-n, empfing seine erste Bildung auf der dortigen Akademie, ging dann 1823 
mit letzterem nach Italien, fertigte dort für seinen Kaiser einige vortreffliche Copien 
nach Raphael und trat selbstständig mit einem grossen {igurenreichen Bilde: der 
letzte Tag von Pompeji (in der Eremitage zu Petersburg), einer grandiosen Compo- 
sition, auf. Ferner kennt man von ihm einige Altarbilder in der Kathedrale zu Kasan, 
in der Isaakskirche zu Petersburg und die Belagerung von Pskow. 
Brüls, In, gebürtig aus der Nähe von Aachen, hat sich in Rom zu einem treff- 
lichen Architektur- und Genremaler der neuern Zeit herangebilrlet. Hauptsächlich 
lobt man an seinen Bildern, von denen wir: die Fahnenweihe; den Kreuzfahrer, in 
der Kirche S. Miniato al Monte in Florenz; ein Mädchen, das den Schleier nimmt, 
in der Kirche Or San Michele in Florenz; eine Taufe, in der Marcuskirche _zu Vene- 
dig kennen, die würdevolle Composition und die leuchtende Kraft, Wärme, Anmuth 
und Harmonie der Farbe. ' 
Brüssel, Barend van, siehe Orley.  
Bruggen, Jan van der, Zeichner und Arbeiter in Schwarzkunst, geb. zu Brüssel  
1649, arbeitete in Holland, Wien und Paris, wo er einen Kupferstichhandel trieb. r" 
Zu seinen besten Arbeiten gehören: Kartenspielende, trinkende und rauchendedw" 
Bauern in einer Schenke; die Söhne des Teniers mit Seifenblasen beschäftigt; der 
Bauernkrieg, alle drei nach Teniers; Jacob van Schuppen, nach Schuppen,  
Johann van der Bruggen (1689 im 40.,Jahr), nach N. de Largillier. Seine Blätter 
sind bezeichnet: JvB, J. B. F., J. V. Br., JVBF, weiss in schwarzem Grunde 
JV. BRUG. F.  w 
Brugger, Friednch, ein ausgezeichneter Bildhauer in München , dessen Werke 
durch ihre innere Gediegenheit und Tüchtigkeit, die edle Auflassung und üeissige, 
meisterhafte Ausführung, das Leben und die Bewegung, die Natur und den darin 
an den Tag gelegten grossen Schönheitssinn, eine höchst beachtenswerthe Stelle 
unter den Kunstproduktionen der Gegenwart einnehmen. Unter seinen Arbeiten 
rühmt man besonders: die überlebensgrosse Figur eines Jägers, der einen Hasen 
hält, zu welchem ein Hund emporschaut; Theseus "mit den 1Vaffen seines Vaters; 
Chiron, der den jungen Achilles auf der Lyra unterrichtet; Penelope u. s. w'. 
In den Jahren 1847-48 führte der Künstler daS ifeiflißlle Modell des in Erz ge- 
gossehen Standbilds Gluck's (auf dem Odeonsplatze in München) aus und 1852 voll- 
endete er das ihm von König Ludwig bestellte Denkmal des Geschichtschreibers 
Johannes von Müller mit den Figuren der Gerechtigkeit und Geschichte und der 
Büste des Gefeierten (auf dem Friedhof zuCasSel), ein Werk, dessen edle Einfach-
        

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