Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042584
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der jüngere 
Breughel , Pieter, 
Brias. 
Kartenspiel entzweit haben; in der Gallerie des Belvedere zu Wien: eine Bauern- 
kirchmesse und eine Bauernhochzeit. Man glaubt auch, dass von Breughel einige 
radirte Blätter grotesken Inhalts und zwei kleine Landschaften herrühren, die mit 
den Anfangsbuchstaben seines Namens bezeichnet sind. 
Literatur. Rathgeber, Annalen der niederl. Malerei (woselbst auch ein Verzoiehniss seiner Bilder). 
Breughel, Pieter, derjüngere, genannt Höllenbreughel, der Sohn des Vori- 
gen, ein Schüler von Gilles von Coningsloo und um 1625 gestorben, bewegte 
sich in einem eigenthüinlichen Kreis von Darstellungen. Er malte mit besonderer 
Vorliebe nächtliche Feuerbilder, die er nicht selten in einem grossartigen landschaft- 
lichen Sinne anzuordnen wusste und ungemein sauber ausführtc, wie man in seinem 
Brand der Stadt Sodoma und dem Brande T1'o_ja's in der Pinakothek zu München u. s.w. 
sieht. Am liebsten aber suchte er Ereignisse auf, in deren Darstellung eine Flammen- 
welt anzubringen war, mit allerlei höllischem Spuck, in den abenteuerlichsten und 
buntesten Gestalten. S0 sieht man von ihm in der Dresdner Gallerie: den von bösen 
Geistern geplagten heil. Antonius und die Hülle, in deren Mitte Proserpina steht, 
von grässlich. gestalteten Teufeln umgeben, welche verdammte Seelen quälen; in der 
Samlulung des Pal. Doria zu Rom: einen Orpheus in der Unterwelt und eine Ver- 
suchung des heil. Antonius. Breughel hat aber auch Scenen aus dem gemeinen 
Leben gemalt, in denen er ebenfalls diabolisehe Wesen spucken lässt, wie in einer 
Schlägerei zwischen Bauern und Landsknechten, im Museum zu Berlin. Daselbst 
befindet sich auch von ihm der Zug nach dem Calvariberg (mit der Jahrszahl 1606). 
Breviäre, HGIIIi, geb. 1797 zu Forges-les-Eaux, ein vorzüglicher Formschneider, 
in Paris, der verschiedene Werke illustrirte, namentlich aber durch seine Illustrationen 
zum: Livre d'I{eures complet en latin et en frangais, Paris 1838, nach Zeichnungen 
des Gerard Seguin und Dan. Rumöe und zur: Imitation de Jcsu-Christ, traduit 
nouvelle du lat. de Thomas a Kempis, Paris 1839 (rvovon 1839 zu Stuttgart auch 
eine deutsche Ausgabe herauskam) sich einen geachteten Namen gemacht hat. 
Breydel, Frans, Genremaler, geb. 1679 zu Antwerpen, gest. 1750, Schüler von 
Rysbraek, war geraume Zeit Hofrnaler in Cassel, lebte auch einige Zeit in London 
und liess sich zuletzt in seiner Vaterstadt nieder. Er fertigte Gesellschaftsstücke, 
Carnevalsscenen und Porträts in kleinem Format von angenehmem Colorit und feiner 
Ausführung. 
Breydel, Karel, genannt der Cavalier, der ältere Bruder des Vorigen, gleichfalls 
Schüler von Rysbraek, geb. zu Antwerpen 1677, besuchte zu seiner weiteren Aus- 
bildung Italien und hielt sich auf der Rückkehr längere Zeit in Nürnberg, Frankfurt 
und Cassel, dann in Antwerpen und Brüssel und zuletzt in Gent auf, wo er 1744 
starb. Er malte Landschaften und Rheinansichten in der Manier des Giffier, be- 
Sßildcrs aber Thier- und Reiter-Gefechte von guter Anordnung und geistreicher Be- 
handlung. 
Breymann, G. A. , Architekt und Professor an der polyt-echnischen Schule in Stutt- 
gart, geb. 1807 in Blankenburg, baute, nachdem er seine Studien in Berlinabsolvirt, 
die Stationsgebäude der Eisenbahn von Petersburg nach Zarskoi-Selo, das preussische 
Oberpostamt zu Hamburg und mehrere andere Privatgebäude. Als Schriftsteller hat 
er sich durch seine „Allgemeine Bauconstruktionslehre, 1849-1854" bekannt 
gemacht. 
Brian, Louis , ein der Gegenwart angehöriger französischer Bildhauer, von dem 
man u. A. einen Faun, die Statue der Jeanne d'Albret, Mutter Heinrich IV., im Garten 
des Luxemburg aufgestellt, kennt. Brian fertigte ferner eine der Marmorstatuen der 
vier Evangelisten auf dem Parapet der die Thürme der Kirche S. Vincent de Paul 
in Paris verbindenden Terrasse und die Statue des N. Poussin für das demselben in 
seiner Vaterstadt Andelys errichtete Monument. 
Brias, Charles, ein treiflicher Porträt- und Genremaler zu Brüssel, gebürtig aus 
Mecheln, von dem man seit 1812 auf verschiedenen KunstausstellungewGemälde sah, 
die wegen der darin herrschenden Naturwahrheit, sorgfältigen Behandlung und ge- 
Sßllmaßkvollen Zeichnung überall grossen Beifall fanden. Besonders rühmt maIll (1011
        

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