Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042569
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Breuck 
Breughel , 
Jan. 
geb. zu Leipzig um 1578, arbeitete daselbst noch 1640. Zu seinen besseren Blättern 
gehören: ein Edelmann in spanischer Kleidung, in einer Landschaft; Christus am 
Kreuz (1601); Gustav Adolph zu Pferd, umgeben von allegorischen Figuren; die 
Schlacht bei Leipzig am 24. August 1631; 11 Blätter, welche eine Friese bilden, 
mit dem Titel: Abbildung und Repräsentation der fürstlichen Inventionen, Aufzüge, E 
Ritterspiel, auch Ballet, so in des Durchl. etc. Herren Georgen, Fürsten zu Anhalt H 
etc. Hotflager zu Dessa, bei etc. den 27. und drauif. folg. Tage Octobris A. 1614 B 
gehalten worden. Leipzig MDCXV; 30 Blätter biblische Darstellungen, Holz- ß 
Schnitte. Einige derselben sind mit nebenstehenden Monogrammen bezeichnet. 
Breuck, Jacques de, ein Bildhauer und Baumeister, der Lehrer des Giov. da Bo- 
logn a, blühte um 1540 zu S. Omer. Er baute für die damalige Regentin der Nieder- 
lande, die Königin Maria von Ungarn, ein Palais, mehrere Festungen, eine Stadt im 
Hennegau und war auch als Bildhauer vielfach thätig, so dass, obgleich er nur ein 
handwerklich tüchtiger Meister war, die niederländische Bildhauerkunst durch seine 
Werke dennoch Wesentlich gefördert wurde. In der Kirche S. WVaudru zu Mons sieht 
man von ihm eine Menge Bildhauerarbeiten, und die marmornen Altäre des h.Barth0- 
lomäus und der h. Magdalena, Statuen und Reliefs. 
Breughel, Abraham und Jan Baptist, Wahrscheinlich Söhne und Schüler von 
Ambrosius Breughel, der Direktor der Akademie zu Antwerpen war und von dem 
man in der Gallerie des Belvedere zu TVien zwei schöne Blumenstücke (mit neben- 
stehendem ltloxiogramm bezeichnet) sieht. Die beiden Brüder wohnten am Ende des 
17. Jahrhunderts in Rom und zeichneten sich als Blumen- und Früchtenmaler aus. 
Abraham erhielt Wegen seines längeren Aufenthalts in Neapel den Bxeinamen "der m 
Neapolitaner" und von der Akademie von S. Luca den des "Rheingrafen". 
Breughel, Jan, zur Unterscheidung von andern Künstlern dieses Namens der 
Sammt-Breughel oder Blumen-Breughel (Fluwelen-Breughel, Breughel de Ve- 
lours) genannt, geb. 1569 zu Brüssel, erhielt nach dem zu frühen Ableben seines 
Vaters, Pieter B reug-helis, des älteren, den ersten Unterricht in der Kunst durch seine 
Grossmutter, die Wittwe des Peter Koek van Aelst; die Oelmalerei erlernte er bei 
Pieter Goekindt. Anfangs malte e1' vorzugsweise Blumen  eine Vorliebe, die 
in älteren Jahren bei ihm wieder-kehrte  wandte sich aber später der Landschafts- 
malerei zu, begab sich nach Köln, wo er sich längere Zeit aufhielt und von da nach 
Bologna und Rom, wo er zu so grossem Ansehen gelangte, dass seine YVerke in alle 
Länder begehrt wurden. Ins Vaterland zurückgekehrt, wählte er seinen NVQhnsit-z 
in Antwerpen, wo er 1625 starb. 
Jan Breughel gehört zu den bedeutendsten Künstlern der um den Schluss des 
16. Jahrhunderts und in der ersten Zeit des 17. Jahrhunderts in voller Selbst-ständig- 
keit und Bedeutsamkeit auftretenden niederländischen Landschaftsmalerei. Er stellte 
meistens anmuthige Gegenden mit schöngeforniten Baumgruppen und weit ausge- 
dehnten Fernen, mit Plianzen , Blumen und Kräutern im Vorgrund , einsame Mühlen, 
schattige Waldparthien mit ländlichen Tänzen, Hafenplätze, Fluss- und Uferscenen, 
durch das geschäftige Treiben der Menschen belebt, Sumllfstenen mit Sumpfgß- 
Wächsen, und alle diese verschiedenen landschaftlichen Vorwürfe mit sehr hübschen, 
mythologischen, biblischen, geschichtlichen oder genreartigen Vorgängen staiiirt, die 
zum Theil von Heinrich van Balen, Rottenhammer und Rubens gemalt wur- 
den, dar. "Seine Bilder, von denen die in kleinerem Massstabe am gesuchtesten sind, 
sind hin und wieder ziemlich bunt, ohne jedoch unharlnonisch zu werden, im Einzelnen 
sehr naturwahr und von unsäglich feiner Ausführung, namentlich im Detail der land- 
schaftlichen Natur, das sich hier zum erstenmal dargestellt findet, Ein Gegenstand, 
den dieser Künstler häufig und immer mit besonderer Vorliebe behandelt hat, und der 
überhaupt die Gesammtrichtung der Schule von Brabant, welcher Breughel angehört, 
charakterisirt, ist das Paradies, eine im üppigsten Ptlanzenwuchse einer ewig jugend- 
lichen Vegetation prangende Gegend, mit iigürlicher Staffage von Rubens Hand- 
(Das grösste und vorzüglichste Bild dieser Art in dem Museumtim Haag; ähnliche 
DüfStellungen an verschiedenen Orten, in der Gallerie Esterhazy zu Wien, im Bef-
        

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