Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042444
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Bossuit 
Both , Jan. 
zu Rouen; die Ruinen eines maurischen Wartthurnis bei St. Rocque; das Thor der 
niaurischen Festung Alcala mit einer Gruppe Schmuggler; die Ansicht von Uggar 
in Spanien; römische Wasserleitung bei Sevilla; Andenken an Andalusien; Inneres 
der Kirche von Lierre in Belgien nennen wollen, tragen alle den Stempel künstleri- 
scher Vollendung. Sie sind von schlagender Wirkung und verbinden alle Reize einer 
poetischen Auiiassuiig mit denen einer höchst naturwahren Darstellung. 
308511111, auch Bossiut, Francis van, Bildhauer und Elfenbeinarheiter, geb. zu 
Brüssel 1635, gest. zu Amsterdam 1692, erhielt die erste Unterweisung in seiner Kunst 
in seinem Vaterlande, bereiste aber zu seiner weiteren Ausbildung auch Italien und 
fertigte nach seiner Rückkehr nach Amsterdam hauptsächlich äusserst kunstreichev 
Elfenbeinarbeiten, von denen im Jahr 1817 in einer Auktion zu Amsterdam seine 
Gruppe, Mars und Venus, und ein h. Sebastian zu- sehr theuren Preisen bezahlt wur- 
den. Ein Theil seiner Bildwerke kam, von B. Graat gezeichnet und von M. Pool 
in 103 Blättern gestochen, im Jahr 1727 zu Amsterdam heraus. 
30th, Andries, vorzüglicher Maler, geb. um 1609 zu Utrecht, gest. 1650 zu Vene- 
dig, wo er in einem Kanal ertrank, lernte mit seinem Bruder Jan zuerst bei seinem 
Vater die Glasmalerei, wandte sich aber bald mit jenem in der Schule von A. Bloe- 
mart's der Oelmalerei zu. Später begaben sich beide nach Italien, wo Andries sich 
den Peter van Laar zum Vorbild nahm, und in dessen XVeise Porträts, Genrebilder- 
und Thierc malte. Selbstständige Bilder sind übrigens von ihm selten, da er meistens 
gemeinschaftlich mit seinem Bruder malte, dessen Landschaften er ebenso interessant 
als in Uebereinstimmung mit denselben stadirte. In der Dresdner Gallerie sieht man 
von ihm: einen Geisterbanner in einem Buche lesend, vor ihm ein Gespenst, und 
einen Kärner, der an einem Wirthshaus rorüberfährt; im Städc-Fschen Institut zu 
Frankfurt: Ansicht italienischer Gebäude am Moeresuier.  Both radirte auch mit 
breiter, aber leichter Nadel sehr hübsch in Kupfer. Die von ihm bekannten Blätter 
sind: die Versuchung des h. Antonius; der kniecnde Eremit nach rechts, wo am 
Brunnen ein Crucitix (1632); der knieende Eremit nach links am Felsen; der Ein- 
siedler im Gebcte, nach links gewendet; der Bettelmönch nach rechts gehend; die 
Lüderlichen, drei Bauern mit einem Freudcnmädchen an einem Tische; die beiden 
Pilger, nach links gehend; die fünf schmausenden Bauern; zechende Bauern in einer 
Landschaft und die Büste eines Mannes mit einer Mütze. 
30th, Jan, ein ausgezeichneter Landschaftsmaler, Bruder des Andries, geb. 1610 
zu Utrecht, erhielt durch seinen Vater, der Glasmaler War, den ersten Unterricht- in 
der Kunst und ging später in A. Bloemarfs Schule, bildete sich aber in Rom, 
wohin er sich mit seinem Bruder begeben, hauptsächlich nach Claude und fertigte 
daselbst eine grosse Anzahl der herrlichsten Gemälde. Der Kummer über den Ver- 
lust seines Bruders Andries, der in den Kanälen Venedigs seinen Tod gefunden, 
trieb ihn wieder nach Utrecht zurück, wo er auch bald nach diesem, im Jahr 1651, 
starb.  Bot-h malte meistens italienische Gegenden im glühenden oder sanften Lichte 
der untergehenden Sonne und im Warmen Dufte südlicher Lehensfülle. Schrotle Berge 
und Felsen und breite reichbelaubte Bäume wechseln darauf mit Aussichten induftig- 
verschwimmende Fernen; glänzendes Abendlicht erfüllt die Lüfte und verleiht dem 
Ganzen den Ton einer ernsten Pracht. Sie sind breit, sehr massenhaft, äusserst 
leicht. und dabei doch tief gefühlt, delicat, mit geistreicher Führung des Pinsels be- 
handelt und gehören überhaupt zu den grossartigsten Darstellungen der_ italienischen 
Natur. Die Staffage ist in der Regel von der Hand seines Bruders und steht immer 
in einem sehr glücklichen Einklange zu dem Charakter seiner Darstellungen; nir- 
gends nimmt man ein störendes Missverhältniss zwischen beiden wahr. Treifliche 
Bilder von ihm findet man in den niederländischen, deutschen und italienischen Galle- 
rieen und auf verschiedenen englischen Landschlössern. S0 werden besonders nam- 
haft gemacht: die Gemälde im Museum zu Berlin; in der (iallerie zu Dresden; 
in England: in der Bridgewvatergallerie, in der Grosvenorgallerie, in der Sammlung 
des Hrn. H. T. Hope, im Dulwichcollege, in der Bildersammlung des Lord Ashburton 
zu London, in der Bildersammlung zu Pansanger, in der Bildersammlung zu Corsham- 

        

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