Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040738
Acquisti 
Adam. 
von Risstissen.  Vielleicht ist jener Peter Acker derselbe, der nach Beischlag's 
,.Nördlingischei' Gcschlechtshistorie" um 1452 Glasgcmälde für die St. Georgenkirche 
in Nördlingen ausführte. 
Literatur. Griineisen und Iiiauch, Ulnfs Kunstlehen im Mittelalter. 
Acqiiisti, Luigi, geb. 1744 zu Forli, ein Bildhauer, von dem man in Bologna viele 
Reliefs, Statuen und Grabmonumente, und in Mailand am Arco della Pace einige 
allegorische Statuen und geschichtliche Basreliefs sieht. Er starb 1824 zu Bologna.  
Adam, Albrecht, geb. 1786 zu Nördlingen, war ursprünglich zum Conditor be- 
stimmt, allein sein glühender Eifer und unermüdlicher Fleiss bildeten sein schon früh- 
gewecktes Talent für die Kunst, insbesondere für die Pferdemalerei, in kurzer Zeit 
so aus, dass er sich, obgleich anfänglich noch auf den Broderxverb durch Portrait- 
malen u. s. w. angewiesen, ganz diesem seinem innern Berufe widmen und sich 1807 
in. München niederlassen konnte, wo die Pferdeliebhaberei in höheren Kreisen ihm 
vielfache Beschäftigung gab und die kriegerische Zeit ihn veranlasste, sein Talent als 
Schlachtenmaler zu üben. Zu diesem Zweck machte e1' die Feldzüge nach Oesterreich mit, 
worauf er nach seiner Zurückkunft mehrere kleinere treffliche militärische Scenen malte, 
welche ihm die Aufmerksamkeit des damaligen Vicekönigs von Italien, Eugene Beau- 
harnais", erwarben, der ihn sofort auf einer Reise nach Italien, woselbst Adam sein 
ersteres grösseres Schlachtgemälde, die Schlacht bei Leoben, malte, und 1812 nach 
Russland mitnahm, wo er allen Schlachten und zuletzt noch dem Brand von Moscau 
beiwohnte. Nach seiner glücklichen Rückkehr führte er in München für den Prinzen 
ein aus 83 Blättern bestehendes Tagebuch der hauptsächlichsten Kriegsscenen 
jenes Feldzugs- aus (in der Leuchtenbergischen Gallerie) , nralte mehrere grosse 
Schlachtbilder aus jenem unseligen Kriege und übergab unter dem Titel: "Voyage 
pittoresque militaire" die merkwürdigsten Ereignisse desselben in 120 lithogralahirten 
Blättern der. Oeffentlichkeit. Der zunehmende Ruf des geschätzten Künstlers ver- 
schaffte ihm Aufträge von den Königen Ludwig von Bayern und Wilhelm von WVürt- 
tvemherg, bestehend in Schlachtgeluälden, Porträts von Pferden u. s. w.; ferner be- 
stellte ihm der Herzog von Leuchtenberg einen Cyklus von 14 Schlachtbildern aus 
dem Leben seines Vaters, lauter Aufträge, die er zur grössten Zufriedenheit der Be- 
Steller ausführte. Trotz diesen vielfältigen Arbeiten mehrerer grösseren, mit Meister- 
hand ausgeführten Schlachten aus der neueren Zeit, z. B. die Schlacht bei Custozza, 
die Erstürmung der Düppeler Schanzen, sah und sieht man noch auf den verschiedenen 
deutschen Kunstausstellungen fast jeder Zeit überall geschätzte und anerkannte Bil- 
der des äusserst fruchtbaren Künstlers.  
Adam hat sich dem Studium der Pferde und ihrer verschiedenen Racen mit gröss- 
i-cm Fleisse gewidmet: er geht jeder Zeit auf treue Charakteristik und Individuali- A 
SlTllng in der Ruhe , wie in der angestrengtesten Thätigkeit aus und ist allen Situa- m 
tionerr immerdar eine poetische Seite abzugewinneir bemüht. Seine Schlachtgemälde 
sind voll Leben und mit liebendem Fleisse und sicherer Technik ausgeführt. 12x 
Von Adam's Söhnen, die sich von früher Jugend an der Kunst zuwandten, 
ZQlGIInet sich Benno, geb. 1812 in der meisterhaften Darstellung von Hausthieren, 
S911? (3911 letzten Jahren auch insbesondere von wilden Thieren aus; Franz, geb. 1815, 
schildert mit ebensoviel Geschick als Geist das leidenschaftlich bewegte Treiben und 
Getümmel des Kriegs, wilde Schlachten, kühne Reitergefechte u. s. w., wie den harm- 
losen Frieden des Gestütslebens, überall mit Rücksicht auf eine charaktervolle Dar- 
stellung" des Pferds in den verschiedensten Situationen; Engen, geb- 1817 , widmet 
"Sich mehr dem Genrefache, der Schilderung von Episoden aus dem Kriegs- und Lager- 
leben mit Talent und Erfolg. Derjüngste Sohn Julius, geb. 1'821, zeichnet, wie seine 
Bfiider früher, mit Geschmack und Gewandtheit sehr schön auf Stein und besitzt eine 
der besten lithographischexi" Druckereien in München.  
FAd-am, Heinrich, Bruder Albrechts, geboren 1787 zu Nördlingen, Prospectenmaler 
und Stecher, radirte mehrere Blätter nach Bildern seines Bruders und nach der Natur, 
z- B: Ansichten des Comersees u. s. w. , und zeichnete und malte viele gelungene 
bayrische Städteansichten und Landschaften; z. B. München, Eichst-ädt u. a. m. M
        

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