Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042428
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Bosch oder Bos, Hieronymus 
Boser. 
Bosch oder B05, Hieronymus, geb. um 1470, gest. um 1530, ein holländischer 
Maler aus Herzogonbusch, in dessen Bildern das phantastische Element der nordi- 
schen Kunst im 15. Jahrhundert sein Extrem erreicht. Seine Darstellungen sind aus 
einer höchst abenteuerlichen Phantasie hervorgegangen, die das Alltagsleben zur 
Karikatur verzerrte und aus der Mythologie und biblischen Geschichte diejenigen 
Gegenstände mit besonderer Vorliebe herauswäihlte, welche, wie die Versuchungen 
der Heiligen von unzähligen Teufeln, die Marter der Verdammten in den Qualen 
der Hölle u. s. w. , die Aufnahme phantastischer Ungeheuer und Missgestaltungen er- 
leichterte  dämonische Traum- und Graungebilde voll des tollsten und wunder- 
lichsten Spucks. So wenig sie desshalb zu gefallen und wahren Kunstgenuss zu 
bieten vermögen, da. überdiess von Humor kaum eine Spur in ihnen zu iinden ist, so 
muss man doch über die schöpferische Erfindsamkeit des Künstlers in der Produktion 
öder fabelhaftesten Kreaturen erstaunen. Sie haben übrigens eine klare, oft glühende 
Färbung und sind höchst zierlich ausgeführt. Bosch scheint, wie manche andere 
seiner niederländischen Zeitgenossen, den grössten Theil seines Lebens in Spanien 
zugebracht zu haben , wo seine Gemälde sehr gesucht waren und ihm das besondere 
YVohlgefallen Philipp II. erwarben, in dessen Sammlungen sich allein 16 Stücke be- 
fanden, von denen jedoch bei dem Palastbrand die Hälfte zu Grund gegangen ist. 
Von den dort noch vorhandenen ist das vorzüglichste eine Anbetung- der .l{önige, mit 
Figuren von etwa ein Drittel Lebensgrösse, im k. Museum zu Wadritl, von einer 
allgemeinen würdigtin Haltung, aber dennoch nicht ohne allerlei Ibufelspuck. Eben- 
daselbst eine Yersnchung des h. Antonius in drei Darstellungen, ein Sturz der Engel, 
eine Allegorie auf den Triumph des Todes und eine an Phantasterei Alles über- 
bietende, wahrhaft sinnenverwirrende Allegorie auf die Eitelkeit der YVelt. Auch 
die Provinzialgallcrie von Valencia bewahrt ein merkwürdiges WVcrk von Bos, drei 
Gemälde von ovaler Form: die Gefangennehmnng Christi, die Dornenkrönung und 
Geisselung in halben Figuren in Lebensgrösse. Ausserdem sieht man von ihm im 
Museum zu Berlin: ein Gemälde mit zwei Flügeln, eine Darstellung der Hölle und 
die Versuchung des heil. Antonius; in der k. k. Gallcrie des Belvedere zu YVien: 
zwei Bilder, die Versuchung des h. Antonius darstcllend. Man schreibt Bosauch 
einige mit Jer. Bosche und Bos bezeichnete radirte Blätter und Holzschnitte zu, 
nämlich: das jüngste Gericht, sehr selten; einen Elephanteu, der einen Thurm trägt, 
umgehen von Ungcheuern; ein Elephant, der grosse Thürme trägt, von Mönchen, 
Soldaten und andern Personen mit Leitern bestürmt; die Versuchung des heil. An- 
tonius (1522).  
Literatur. Rathgcber. Annalen der niederländischen hialei-ei (worin ein Verzcichniss seiner Bilder).  
Passavant, Die christliche Kunst in Spanien. 
Bosch, Jacob van den, geb. zu Amsterdam 1636, gest. 1676, malte sehr natur- 
getreue Früchtestücke. 
BOSGh, Lodewyk Janz. van den, geb. zu Herzogenbusch, war ein sehr geschick- 
ter Früchte-, Blumen und Insektenmaler. 
Boschaert, Thomas, siehe Willebort. 
BOSGhi, Francesco, geb. zu Florenz 1619, gest. 1675, Schiller und Neffe des 
Matten Rosselli, malte kirchliche Bilder und Vollendete die unvollendet hinter- 
lassenen Werke seines Lehrers, war aber beinahe nur in der Bildnissmalerei glück- 
lich. Im Louvre zu Paris ist von ihm das Porträt des Galilei. 
Boselli, Pietro, ein tüchtiger Bildhauer aus Venedig, bekannt durch zwei bronzene 
Engel in der Kirche S. Giorgio Maggiore daselbst, fertigte in der 1593 becndigten 
Begräbnisskapelle der sächsischen Kurfürsten im Dom Zll ltlreiberg die Bronzcstatuen 
dieser Fürsten. 
Boser, Friedrich, Porträt- und Genremaler, geb. 1811 zu Halbau in Schlesien, 
bildete sich auf der Dresdner, Berliner- und Düsseldorfer-Gallerie und zeichnet sich 
insbesondere durch trelfliche Bildnisse in kleinerem Massstabe von frappanter Aehn- 
liehkeit. und zierlicher Ausführung aus. In seinen Genrebildern behandelt er ge- 
fällige Scenen aus dem gesellschaftlichen Leben oder 113011 Gedichten in höchst an-
        

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