Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042407
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Borgogna , Juan de 
Borromini. 
Borgogna, Juan de, ein vorzüglicher spanischer Maler aus Toledo, der um 1533 
starb. Der Haupt-Schauplatz seiner Tliätigkeit war seine Vaterstadt, wo man noch 
heute seine bedeutendste Arbeit, die 1508-1511 ausgeführten YVandmalereien in 
dem Kapitelsaale des TVinters der Kathedrale, welche von Pedro Berruguete 
begonnen werden waren, einen Cyklus aus dem Leben der Maria in neun Feldern 
bewundert. Diese Bilder erinnern sehr an die Werke des Florent-iner Donienico 
Ghirlandajo, doch hat ihr Colorit, das kein reines Fresco, sondern, gleich den 
Wandbildern des Pinturicchio, stark mit Tempera übergangen zu sein scheint, 
mehr Tiefe und Sättigung in der Art des Perugin o. Seine Zeichnung ist fein und 
naturgetreu, die Bewegungen seiner Gestalten sind ungezwungen, die Charaktere 
voll Leben, die Frauenköpfe rundlich und hübsch. Auch seine Bildnisse sind vortref- 
lich und sprechend charakteristisch. An dem Retablo des Hauptaltars der Kathe- 
drale zu Avila sieht man ferner 4 Bilder von ihm, die Verkündigung, Geburt, "Ver- 
klärung und Kreuzigung. 
Literatur. Bermud ez, Diccionario liistorico de los mas illustre: professores de las helles artes en Espaüa. 
 Passavant, Die christliche Kunst in Spanien. 
Borgognone, siehe Fossano. 
BOITO, Battista, Glasmaler von Arezzo um 1540, Schüler des Wilhelm von 
Marseille, arbeitete mit Ruhm in Florenz und den meisten Kirchen Toskanas 
Borromini, Francesco, Bildhauer und Baumeister, geb. 1599 zu Bissone, gest. 
1667 zu Rom, widmete sich schon in früher Jugend der Bildhauerkunst und ging, um 
sich darin weiter zu vervollkommnen, nach Rom, wo er bei einem Landsmann, der 
mit Sculpturen für St. Peter beschäftigt war, Arbeit fand. Der tägliche Anblick 
dieses riesigen Gebäudes erregte den Wunsch in ihm, sich der Architektur zu widmen, 
und er legte sich nun mit solchem Eifer und Fleiss auf diese Kunst, dass Carlo Ma- 
derno, ein Verwandter von ihm und damals Baumeister der Peterskirche, erfreut 
über seine Fähigkeiten, ihn darin unterrichten liess und bald die Freude hatte, ihn 
selbst bei seinen Bauarbeiten verwenden zu können. Nach Maderno's Tod wurde 
die Leitung des Bau's Bernini übertragen und Borromini wirkte unter letzterem 
noch einige Zeit fort, sog aber während derselben das Gift lebensliinglichen Hasses 
gegen diesen, seinen glücklicheren Nebenbuhler, ein. Von nun an war nämlich sein 
eifrigstes Bestreben darauf gerichtet, Berninfs Ruhm zu verdunkeln und Papst Ur- 
ban's Protektion bot ihm durch vielfache Beschäftigungen erwünschte Gelegenheit 
dazu. Er baute die Kirche S. Sapienza, das Oratorium und Kloster von S. Filippo 
Neri, die Kirche und einen Theil des Collegiums der Propaganda, die Fagade von 
S. Agnese in Piazza Navona"; ferner leitete er die Arbeiten am Palast Barberini und 
die Innenbauten von S. Giovanni in Laterano. Alle diese TVerke nun, die er zugleich 
oder in kurzen Zwischenräumen unternommen, verschafften ihm einen glänzenden 
weit verbreiteten Ruf. Der König von Spanien verlangte von ihm die Pläne zur 
Vergrösserung seines Palastes, der Papst verlieh ihm den Christusorden und setzte 
ihm eine IPenSiOII aus, von allen Seiten erhielt er Aufträge, die er kaum zu befriedi- 
gen im Stande war. Nichtsdestoweniger betrachtete er jeden neuen Erfolg des Ber- 
nini als eine Niederlage für ihn; ja, als dieser die Leitung eines Baus bekam, der 
bereits ihm anvertraut gewesen, erreichte sein Neid den höchsten Grad und 01' gab 
sich in seinem 68. Jahre selbst den Tod. 
Borroinini war nicht ohne Talent und Eründungsga-bß, allein eine gewisse Mass- 
losigkeit des Gefühls und das aus Eifersucht gegen Bernini hervorgerufene Streben. 
der Kunst eine neue Bahn zu eröffnen, etwas Neues, von allen bisher üblichen For- 
men Abweichendes zu schaffen, verführte ihn zu den allerabentheuerlichsten und 
launenhaftesten Combinationen und Formen. Er wurde dadurch der Vertreter einer 
das 17. und 18. Jahrhundert hindurchg-ehenden Bauweise regelloscr Willkür und 
einer auf Pracht und Luxus abzielenden Ueberladung. Wo es nur immer anging. 
verbannte er aus seinen Architekturen die gerade Linie und ersetzte sie durch die 
Abgebildet in denDenkmälex-n der Kunst. 
Tat191, 
der Kunstg-esoh. 
Atlas zu Kuglers Kandb. 
Fig. i 
        

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