Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042322
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Bologna , Lorenzo da 
Bolswert , 
Scheltius. 
dem Hause Medici zu Florenz; die Reliefs an der Hauptthüre des Domes von Pisa; 
sechs kleinere Bronzestatuen von Göttern und Göttinnen (in den Üflicien zu Florenz); 
die berühmten Thore der Hauptkirche zu Pisa; die Reiterstatue Ferdinands I., auf 
Piazza dell' Annunziata in Florenz; Heinrich IV. von Bronze , auf dem Pont-neuf zu 
Paris (von Cosimo II. der Regentin Maria von Medicis zum Geschenk gemacht, wurde 
in der französischen Revolution zertrümmert); die Marmorstatue CosimoÄs I., auf Piazza 
de' Cavalieri in Pisa und die Ferdinands I. am Lugarno; die Reiterstatue Philipps III. 
von Spanien, von Bronze (jetzt in Casa dol Campo bei Madrid). Die letzteren Werke 
wurden indessen erst nach dem Tode des Künstlers vollendet.  Giovanni da 
Bologna. ist einer der talentvollsten und werkthätigsten Nachfolger des Michel- 
angelo. Er ist freier von Manier und Uebertreibung als Bandinelli und die übri- 
gen künstlerischen Zeitgenossen, zeigt ein sehr glückliches Talent für schöne Anord- 
nung und Sinn für wirksame Gesammtumrisse, verräth genaue Kenntnisse der Anato- 
mie und Wusste seine Werke meisterhaft auszuführen. Aber trotz aller Kühnheit und 
Schönheit der Linien, des Baues und der Darstellung überhaupt ist der geistige Inhalt 
zu leer, das Lebensgefühl beschränkt sich meistens nur auf das Motiv und die Formen- 
hildung ist eine zu allgemeine. 
Bologna, Lorenzo da, malte gegen das Ende des I4. Jahrhunderts mit Cristoforo 
da. Bologna in der Mezzaratta daselbst. 
Bologna, NiOOIaIIS von, ein Miniaturmaler, von dem man auf derMünchener Biblio- 
thek ein Missale vom Jahre 1374 und in der vatikanischen Bibliothek in Rom einen 
Commentar über das neue Testament mit Miniaturen geschmückt, besitzt. 
Bologna, Simone da, malte mit dem (von Lanzi mit Jacopo d'Avanzi identi- 
ficirten) Jacobus Pauli in der Kirche Madonna della Mezzaratta zu Bologna eine 
Reihenfolge von biblischen Fresken. Man erkennt in ihnen den Einiiuss Giotto's, sie 
sind aber in Auffassung und Ausdruck sehr mangelhaft. 
Bologna, Vitale da, genannt dalle Madonne, blühte um 1320-1350. Von ihm 
sieht man u. A. noch in der Pinakothek von Bologna eine Madonna mit dem Kinde. 
Bolognini, Gio. Batista, Maler und Kupferätzer zu Bologna, geb. 1612, gest. 1689, 
ein Schüler von Guido Reni, der ganz in der Manier seines Lehrers malte. Man 
kennt von ihm auch einige geätzte Blätter, die aber in der Behandlung etwas Kaltes 
haben und in den Umrissen nicht immer sehr genau und correkt sind. Für die besten 
hält man: den Kindermord, nach G. Reni; Christus am Kreuze, nach dems.; Bacchus 
und Ariadne. 
BOISWGIt, 306131115, ein v0rt1'eü'licher Kupferstecher, geb. 1580 zu Bolswert in 
Friesland, gest. 1634 zu Antwerpen, der sich nach C. Bloemaert bildete. Für die 
besten seiner Stiche hält man: das Abendmahl, schön und sehr selten; die Aufer- 
weckung des Lazarus; Christus am Kreuze zwischen den Missethätern (1631); das 
Urtheil Salomons, sämmtlich nach Rubens; die Anbetung der Hirten, nach A. Bloe- 
maert (1618); die "Marter des heil. Stephanus, nach Coninxlo; Christus bei Maria 
und Martha; ein sogenanntes Küchenstüek, nach J. Goiemar, in zwei Platten, 
Bolswert, 801181121118, Bruder des Vorigen, Zeichner und Kupfersteeher, geh. zu 
Bolswert 1586, gest. Zll Antwerpen in hohem Alter, gehörte zu denjenigen Künstlern, 
die sich um Rubens versammelten, seine Werke stachen und, von ihm "angeregt, 
ermuthigt und belehrt, in den Niederlanden durch ihre treillichen Arbeiten zu einer 
glänzenden Neubelebung der Kupferstecherkunst beitrugen. Namentlich Bolswert er- 
freute sich der thätigsten Förderung seiner Arbeit von Seiten des grossen Malers, indCm 
dieser ihm seine Aetzdrücke mit dem Pinsel. retouchirte und ihm zeigte, was er an der 
Platte noch zu thun, was nachzuarbeitexi habe u.s.w. Dadurch lernte er auch, ohne 
Vernachlässigung der Zeichnung und des Charakters, die malerischen Schönheiten, 
welche auf den Gegensätzen von Schatten und Licht und den Farhenverhältnissen 
beruhen, soweit der farblose Kupferst-ieh auf die Malerei überhaupt eingehen kann, 
meisterhaft in seine Stiche zu übertragen. Er stach historische Bilder, Porträts und Land- 
schaften, mit derselben Geschicklichkeit. Zu seinen vorzüglichsten Arbeiten gehören: 
die eherne Schlange, nach Rubens (schön und selten); Christus am Kreuze, gewöhn-
        

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