Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042130
Bienaimeä 
Biercher. 
145 
10 Jahre lang mit beharrlichem Fleisse und ausgezeichnetem Erfolge der Malerei 
widmete. Von hier aus beschickte er die Ausstellungen in Antwerpen, Gent und 
Byüssel mit vergghiedenen Arbeiten, welche immer eine entschieden günstige Auf- 
nahme fanden und mit jeder neueren Hervorbringung Zeugniss von der aussergewöhn- 
lichen Begabung des Künstlers ablegten. Im Jahre 1835 sah man von ihm einige 
kirchliche Bilder in einer Kapelle zu Brüssel und 1836: Graf Ugolino und seine 
Söhne in dem Thurme von Gualandi zu Pisa, ein treffliches Bild, das ihm die silberne 
Medaille eintrug. 1841 endlich lieferte er auf die Ausstellung zu Gent sein Haupt- 
werk, die für das belgische Nationalmuseum bestimmte Unterzeichnung des Com- 
promisses der Edlen von Burgund im Jahr 1566, ein Gemälde vom höchsten Kunst- 
werthe, das mit einem andern Bilde, der Abdankung Karl V. von Gallait einen 
Triumphzug durch ganz Deutschland machte. Man bewunderte an demselben beson- 
ders den grossartigen Moment von hohem nationalem Interesse, der eine Menge be- 
deutender Persönlichkeiten zu einem Ganzen von gewaltigem Eindruck zusammen- 
fasst, das dramatische Leben der Composition, die feierliche Haltung und Gemessen- 
heit der Handlung, die Kraft, Fülle und frische Energie der Gestalten, die schlagende 
bis zur Illusion gehende Wirkung, die leuchtende Carnation und die ausserordentliche 
Meisterschaft der Technik. Die Commission des Provinzialraths von Brabant sandte 
dem Künstler, in Anerkennung dieser hervorragenden Kunst-leist-ung, die grosse 
goldene Medaille und der Rath seiner Vaterstadt überreichte ihm einen reichen gol- 
denen Becher mit der Umschrift: „La ville de Bruxelles , a Edouard de Biefve, 13. 
Septembre 1841." Im selben Jahre noch kehrte de Biefve in sein Vaterland zurück, 
woselbst er sich seit der Zeit aufhält, und in erfreulicher Wirksamkeit thätig ist. 
Das nächst-e auf das Compromiss folgende Bild war der Damenfrieden (paix des 
dames), so genannt, weil derselbe ohne Zuziehung männlicher Diplomaten von zwei 
Fürstinnen, Margaretha, der Schwester Karl V. und Louise von Savoyen, der Mutter 
Franz I. , am 5. Aug. 1529 in einem Privathause zu Cambrai geschlossen wurde und 
den zweiten Krieg Karl des V. und Franz des I. beendigte. Für den König Friedrich 
Wilhelm IV. von Preussen malte de Biefve: König Karl I. von England, der in Gegen- 
wart seines Hofs dem Rubens zur Anerkennung seiner Verdienste als Vermittler des 
1630 zwischen Spanien und England zu Stande gekommenen Friedens eine goldene 
Kette mit seinem Bildniss um den Hals hängt. Das Bild ist reich an Figuren und 
von grosser Wirkung; die meisten der Hauptpersonen sind Porträts, nach den be- 
währtesten gleichzeitigen Bildnissen der Dargestellten ausgeführt. Im Jahr 1852 
war zu Berlin sein: Herzog Alba, der Elltlläluptung von Egmont und Horn zu- 
schauend, ausgestellt, ein Bild von ziemlicher Bedeutungslosigkeit der Composition, 
aber von meisterhafter Technik. Für den Sitzungssaal des Senats von Brüssel voll- 
endete de Biefve 1853: Belgien, das Königthuln gründend. In der Gestalt einer 
jungen , von den Hauptstädten des Landes in allegorischen Figuren und den Haupt- 
thatkräften der verschiedenen Provinzen umgebenen Frau, steht Be1gien in reichem 
Purpurmantel, die Rechte auf die Königskrone stützend, den Blick gen Himmel er- 
hoben. Die Ausführung dieses im Gedanken unendlich faden Bildes wird sehr gelobt. 
De Biefve hat verschiedene Ehren-Auszeichnungen erhalten. Er ist Mitglied 
der Akademieen von Berlin, Dresden , München , YVien und der König von Preussen 
verlieh ihm den rothen Adlerorden III. Klasse. 
Bienaime, Luigi, aus Carrara, PTOfCSSOT Zu Florenz und Mitglied der römischen 
Akademie von San Lucca, war einer der ausgezeichnetsten Schüler und Mitarbeiter 
Thorwaldsens und steht jetzt mit Tenerani an der Spitze der neueren römischen 
Bildhauerschule. Seine Werke, worunter wir eine Artemis, im Bade überrascht; die 
Unschuld (gest. v. Try); eine Diana; einen Amor, die Spitze des Pfeils prüfelld, 111111 
zwei Bacchant-innen (im Besitz des Königs von Württemberg) nennen, sind poetisch 
im Gedanken, anmuthig in der Composition und trefflich behandelt. 
Biercher, Matthäus, k. Baurath zu Cöln, geb. daselbst 1797, erbaute das neue 
Theater, den Regierungspalast in Cöln und mehrere Privathäuser, auch leitete er die 
Müller, Künstler-Lexikon. 10
        

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