Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1042111
Biard , Peter. 
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Lyon, bildet-e sich in der Kunstschule seiner Vaterstadt und bereiste sodann Spanien, 
Griechenland, Syrien, Aegyptßn, um, in's Vaterland zurückgekehrt, den auf seinen 
Reisen gewonnenen grosscn Reivhthum an Anschauungen in Bildern Verarbeiten zu 
können, ein Vorhaben, das ihm auch auf eine ebenso überraschend vielseitige als 
glückliche Weise gelang. Seine von Geist übersprudelnden Gemälde, seien sie von 
tiefem Ernst durchdrungen oder treibe der Humor und Witz darin sein geniales Spiel, 
zeichnen sich durch die Poesie des das Ganze beherrschenden Gedankens, die Mannig- 
faltigkeit und die natürliche und schöne Anordnung der Motive, das dramatische 
Leben, die treifende Charakteristik, die feine Naturbeobachtung, die Wahrheit und 
den Glanz der Farbe und die meisterhafte Technik aus. Seine komischen Bilder mit 
ihrer Fülle der burleskesten Situationen, haben ihm unter seinen Landsleuten den 
Beinamen des „Mo1iere der Malerei" erworben. Das erste grössere Bild von ihm, 
einen in der YVüste vom Winde überfallenen arabischen Stamm, an dem man beson- 
ders die grossartig poetische Auffassung, das erschütternde Pathos und die Gluth des 
Tons rühmte, sah man in der Ausstellung vom Jahr 1833 zu Paris. Dieser mit 
grossem Beifall aufgenommenen Darstellung folgten andere Produktionen, die den 
Ruf des Künstlers steigerten und für immer befestigten. Unter seine gerühmtesten 
Bilder gehören: wandernde Komödianten; der Sklavenmarkt, ein Meisterwerk von 
hohem tragischern Ernst und ergreifender WVahrheit der Darstellung (1835); die 
Revue einer Dorfnationalgardo, welche wegen der ausserordentlich drastischen Komik 
wahrhaft Furore machte; der Dorfküster; der Porträtmaler; herumstreichende Ko- 
mödianten, ein Bild, das Hogarth's bekannte Idee künstlerischer wiedergibt (1836); 
Duquesne, der 1683 die europäischen Sklaven in Algier befreit; die Folgen eines 
Schiifbruchs, ein geistreiches Aneinanderreihen der Extreme, des Schrecklichen und 
Burlesken; das Familienbad; die getheilten Honneurs, ein kleines Meisterwerk voll 
des launigsten Muthwillens; der Harem, eine allerliebste Karrikatur auf orientalische 
Sitten (183 7); der Halt in der Wüste, voll Effekt und eigenthümlich poetischem Reize 
(1838); die Folgen eines Maskenballs, Post restant-e, das Familienconcert, das unter- 
brochene Mitfagsmahl, äusserst geniale Karrikaturen auf gesellschaftliche Zustände, 
die auf der Ausstellung ein solches Gedränge von Beschauern um sich versammelten, 
dass man sie" durch Schildwache schützen musste (1839). In demselben Jahre noch 
machte Biard eine Reise nach Lappland, Spitzbergen und, dem Eismeer. Von da 
zurückgekehrt sah man von ihm 1841: den Abschied des im Seetreffen schwerver- 
wundeten Du Couüdic von seiner Schiffsmannschaft; den Herzog von Orleans in einem 
Zelte bei den Lappen; den Pfarrer Cässedius, die heidnischen Lappen unterrichtend; die 
ledigen Jungfern; den schildwachstehenden Nationalgardisten; den Regimentstambour 
im Beichtstuhle; 1842: Ueberfahrt auf dem Dampfschiff bei stürmischer See; 1844: 
König Louis Philipp beim Wachtfeuer der Nationalgardisten im Jahr 1832; Unan- 
nehmlichkeiten einer VergnügenSrc-ise; die Zimmermiethe; 1845; Johanne Shore, 
die in den Strassen London's den Hungertod stirbt, eine Nacht- und Schauderscene; 
1848: die- Schiffbrüchigen; 1851 : eine höchst komische Scene an einem Fluss; 
1852: Hudson von seiner Schiifsmailnschaft verlassen und dem Tode preisgegeben; 
Sibylla Merian und der kleine Rosander; die Sünder, Scene in einer Dorfkirche. Im 
Jahre 1853 hatte Biard auf der Kunstausstellung zu München ein monströses Bild: 
„Gulliver auf der Insel der Riesen, die Blumen und Insekten mit Hülfe des Mikroseops 
treu nach der Natur vergrössert" , eine 0561158138 Verirrung vom Wege der Kunst und 
dem Begriffe reinen Geschmacks.  Biard malte auch mehrere treifliche Bildnisse. 
Biard, Peter, Baumeister, Bildhauer, Maler und Kupferätzer, geb. 1559 zu Paris, 
geSt. 1509, studirte in Rom und übte spätter die genannten Fächer der Kunst in 
seinem Vaterland aus. Man kennt von ihm indessen nur ein einziges radirtes Blatt: 
eine Verzierung mit zwei aufsitzenden Adlern, bezeichnet PETs. BIARD ROMAE. 
Biard, Peter, der Sohn des Übigen, Baumeister, Bildhauer, Maler und Kupferätzer, 
geb. zu Paris am Ende des 16. Jahrhunderts, lebte einige Zeit in Italien und war 
meistens als Kupferätzer thätig. Für seine besten Blätter hält man: den h. Petrus, 
nach Raphael; eine Sibylle, nach Michelangelo; eine Allegorie auf Verläumdung
        

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