Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041832
Bellini , Andrea- 
Bellini , Giacomo. 
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des Erlösers und beündet sich gegenwärtig im Gemmenkabinet der öffentlichen Gal- 
lerie zu Florenz. Es ist aus einer grossen Anzahl von Krystallplatten zusammen- 
gesetzt, auf denen, nach den Compositionen anderer Meister, Scenen aus der Passion 
eingeschliifen sind und zwar in einem so würdevollen grossartigen Styl und in so 
gediegener plastischer Behandlung, di-ISS Sie den 8581811611 Werken jener Zeit zur 
Seite gesetzt werden können. Ausserdem schnitt er Darstellungen auf Hostien- 
teller, Kreuze, Leuchter, Reliquienbehälter und andere kirchliche Geräthe, Gefasse 
und Zierrathen von Krystall, auf Vasen von Sardonyx, Achat, Amethyst, Lapis 
Lazuli, Smaragd, Heliotrop, Jaspis und Carneol, von denen man noch einige in dem 
erwähnten Gemmenkabinett zu Florenz sieht, wohin sie von ihrem früheren Be- 
stimmungsort, der Kirche S. Lorenzo , kamen. Ferner fertigte er eine ausserordent- 
lich grosse Anzahl von Medaillen und eine solche Menge anderer Dinge von vertiefter 
Arbeit, dass alle Läden der damaligen Goldschmiede voll von Gyps- und Schwefel- 
abdrücken nach seinen Werken waren, die von da in aller Welt Hände kamen. 
Literatur. Vasari, Leben der ausgezeichneten Maler, Bildli. und Baum.  Cicoguara, Storia della 
scultura. 
Bellini , Andrea , wird ein Maler genannt, dessen Blüthezeit unbekannt ist, von 
dem man aber in der Scuola della Carita zu Venedig einen mit seiner Namensunter- 
schrift versehenen in Gouache gemalten kleinen Christuskopf sah. 
Bellini, Bellin, soll ein um_ 1500 lebender Verwandter der berühmten Künstler- 
familie dieses Namens gewesen sein, und, in deren Schule in der Malerei unterrichtet, 
ihren Styl so glücklich nachgeahmt haben, dass seine Madonnen u. s. W. bald dem 
Gentile, bald dem Giovanni zugeschrieben werden. 
Bellini, Filippo, aus Urbino, ein ums Jahr 1594 blühender Maler, der in der 
Mark Ancona viele Oel- und Wandgemälde für Kirchen in Barroccio's Styl 
ausfiihrte.  
Literatur. Lanzi, Geschichte der Malerei in Italien. 
Bellini, Giacomo, geb. um 1400, gest. um 1470, der Vater und Lehrer der 
Gentile und Giovanni Bellini, ein Gehülfe des Franc. Squarcione 
und später Schüler des Gentile Fabriano, war der erste, der die paduanische 
Kunstrichtung des 15. Jahrhunderts, welche die Wiedererweckung der italienischen 
Malerei mittelst Durchbildung der Form nach dem Vorbild der Antike anstrebte, 
nach Venedig verpiianzte. Die ersten Arbeiten in Venedig, durch welche er 
sich Ruhm erwarb, waren die Bildnisse des Giorgio Cornaro und der Katharina, 
Königin von Cypern, eine Passion Christi mit vielen Figuren und ein Gemälde 
von dem Wunder des heil. Kreuzes, in der Scuola di San Giovamii Evangelista 
(Sämmtlieh zu Grunde gegangen). Seine Bilder, die er meistens in Gemeinschaft 
mit Seinen Söhnen malte (wie z. B. die für die Capella di Gatta melatta. zu Padua. 
gefertigten Malereien die Unterschrift: Jacobi Bellini Veneti patris ac Gen- 
tilis et Joannis natorum opus 1460, trugen) zeigen, ehe sich der Einfluss des 
Gentile da Fabriano, den er sich zu seinem höchsten Ruhm anrechnete (wie eine 
Inschrift an einem, leider untergegangenen Frescogemälde im Dome zu Verona vom 
Jahr 1436 ausspricht), auf ihn geltend machte, viel Verwandtes mit der Kunstweise 
des Squarcione. Sie sind übrigens äusserst selten und ausser: einer (leider über- 
malt-en) Darstellung des Gekreuzigten in der Sakristei des bischöflichen Palastes in 
Verona; einer Madonna im Kunstinstitut des Grafen Tadini zu Lovere, bei Bergamo, 
in der Behandlungsweise des Fabriano noch etwas alterthümlich und trocken, im 
Ausdruck der Köpfe von grossem Liebreiz, in der Zeichnung des Nackten schön, zart 
und voll; einem Gemälde mit den Bildnisscn des Petrarca und der Madonna Laura 
in der Gallerie Manfrini zu Venedig und dem Urtheil Salomonis in der Sammlung zu 
Schleissheim, einem Bilde von herbcm Styl, trockener und harter Zeichnung und in 
dem von eigentlicher Färbung kaum die Rede sein kann, scheint nichts erhalten_ 
Um so erfreulicher ist daher ein grosser Band mit 99 Zeichnungen von seiner Hand," 
mit der durchaus beglaubigten Inschrift in Lettern der Zeit: de mano iacobo 
bellino 1430 in venetia, im Besitz des Herrn Mantovani in Venedig. Dieselben
        

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