Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041791
Behaim, Ha_ns Wilhelm, auch Behem geschrieben 
Beham. 
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meisterhafte Tüchtigkeit auszeichnen, erbaute u. A. die sogenannte Kaiserstallung 
1494-1495 und Theile am alten Rathhaus zu Nürnberg, z. B. die Thüre mit Kreuz- 
stäben 1515 und ein Chörlein von 1521. 
Behaim, Hans Wilhelm, auch Behem geschrieben, Bildschnitzer in Nürnberg, 
der 1613 die Decke des Rathhaaises daselbst mit kunstreicher Arbeit in Holz ver- 
zierte und einen seiner Zeit sehr gerühmten grossen Kronleuchter in Holz schnitzte. 
Beham, Barthel oder Bartholomäus, auch Behaim, Beham, Behem oder Boehm 
geschrieben, Maler und Kupferstecher, geb. 1496 zu Nürnberg, war ein Schüler Albr. 
D ürer's , der, weil er schon in frühen Jahren Beweise eines sehr bedeutenden 
Talentes an den Tag legte, von Herzog YVilhelm IV. von Bayern zu seiner weiteren 
Ausbildung nach Italien geschickt wurde, hier sich längere Zeit zu Bologna und 
Rom aufhielt, und in letzterer Stadt zu Marc Anton in die Schule ging, den er 
binnen kurzer Zeit so vollkormnen erreichte, dass dieser des Schülers Hand und Ge- 
schicklichkeit beim Stich vieler Platten bald selbst benützen konnte, woher es rührt, 
dass viele Blätter mit Marc Anton's Zeichen dem Beham angehören. WVährend eines 
zweiten Aufenthalts in Italien, im Auftrag des Herzogs Ludwig, starb er zu Rom 
um 1540. 
In seinen Bildern verräth Beham anfänglich in allen Theilen den treuen Schüler 
Dürer's, später aber, nach den in Italien empfangenen Kunsteindrücken, sucht er 
seinen Lehrer entweder zu vergessen, oder dessen Styl in etwas zu phantastischer 
Weise nachzuahmen oder zu modificiren. Doch zeigt sich meistens in seinen Köpfen 
charakteristischer Ausdruck und Leben, in der Anordnung, im Ganzen, wie in den 
einzelnen Gruppen, selbst in den Bekleidungen, herrscht ein geläuterter Geschmack, 
seine Zeichnung ist richtig, aber hin und wieder zu weichlich , und seine Färbung in 
seinen früheren Gemälden satt und warm, später trocken und leblos. In der Münche- 
ner Pinakothek sieht man von ihm ein treffliches Bild (vom Jahr 1530): die Auf- 
erweckung einer todten Frau durch das heil. Kreuz; ferner: den Marcus Curtius, 
der sich auf dem Forum zu Rom für des Vaterlandes Wohl in den Abgrund stürzt 
(vom Jahr 1540). Die Moritzkapelle zu Nürnberg besitzt von ihm eine Kreuztragung 
Christi, wozu sich im Berliner Museum das Gegenstück in einem Christus am Oel- 
berg findet. Die letztere Gallerie enthält indessen noch zwei weitere Bilder von 
ihm mit einer Reihenfolge von Heiligen auf Goldgrund. Sodann triift man in der 
Abehschen Sammlung, im Schlosse zu Ludwigsburg, eine Grablegung, eine Aufer- 
stehung und eine Dreieinigkeit mit Heiligen und Donatoren, endlich in der k. Gallerie 
zu Wien einen Christus am Kreuz.  
Die von ihm bekannten gestochenen Blätter, deren man 85 zählt, und von 
denen nur wenige sein Monogramm tragen, soll er sämmtlich in den Jahren 1520 
bis 1537 in Deutschland ausgeführt haben. Sie zeichnen sich durch die anmuthigen B? 
geistvoll aufgefassten Darstellungen, die correkte und graziöse Zeichnung und durch 
die Freiheit, Weichheit und bewundernswürdige Feinheit des Stichs aus. Insbesondere 
zeigt er sich in seinen Porträts als grosser Meister in lebendiger Auffassung von 
Charakteren und leichtem, und doch bestimmtem Vortrage. Er war es, der mit Penz 
der deutschen Kupferstecher-Schule ein freudiges und höheres, von einem, an italie- 
nischen Mustern genahrten Schönheitssinn erfülltes Aufstreben gab. Unter die vor- 
züglichsten derselben zählt man: Kaiser Karl V.; Kaiser Ferdinand 1.; Maria am 
Fenster; Leonhard v. Eck; Cleolaatra (1524);. Triton und Nereiden; Judith (1525): 
Maria mit dem Todtenkopfe; die drei Hexen; das Urtheil des Paris; den heiligen 
Christoph (1520); Adam und Eva. 
Literatur. Bartsch, Le paintre graveur. 
Beham, Hans Sebald, ein Nelfe des Vorigen, geb. 1500 zu Nürnberg, bildete sich 
unter seinem Oheim und später unter Albr. Dürer zum Maler und Kupferstecher" 
aus. Um 1540 verliess er seine Vaterstadt, angeblich wegen seines anstössigen 
Lebenswandels daraus vertrieben, und siedelte nach Frankfurt über, wo er als Wii-th 
eines liederlichen Hauses, der damaligen Sitte gemäss, ertränkt worden sein soll. 
Trotz dieses, ihm von seinen Biographen zum Vorwurf gemachten ausschweifenden
        

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