Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041720
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Beauneveu 
Beccafumi. 
Gallerien, wie in verschiedenen Privatkabinetten eine ehrenvolle Stelle einnehmen, 
und von denen wir beispielsweise nur an seinen: Velasquez in der Gefangenschaft, 
Heinrich III. auf dem Todtenbette, den sterbenden Invaliden, die unglückliche 
Schnitterfamilie, die letzten Augenblicke der grossen Dauphine Anna von Oest-erreich 
im Kloster Val de Gräce, die reuige Tochter, den Gemäldeliebhaber u. s. w. erinnern 
wollen, zeigt er eine geschickte malerische Anordnung, charakteristischen Ausdruck 
und eine durchgebildete Technik. 
Beauneveu, Andre, ein treiflicher französischer Miniaturmaler, der in den ersten 
Jahren des 15. Jahrhundert-s an einem Psalter für den Herzog Jean de Berry ar- 
beitete (in der königl. Bibliothek zu Paris), einem Werk, das an Schönheit und Adel 
der Auffassung und Darstellung mit den Bildern des Meister WVilhelm übereinstimmt, 
jedoch freier, mannigfaltiger und naturgemässer behandelt ist. Demselben Künstler 
werden neuerdings auch verschiedene Miniaturmalereien eines Gebetbuehs desselben 
Herzogs (in der Bibliothek der alten Herzoge von Burgund zu Brüssel), welche aus 
derselben Zeit herrühren und offenbar dieselbe Hand zeigen, zugeschrieben. 
Beauvais, Nicoles Dauphin, geb. zu Paris 1688, gest. daselbst 1763, bildete 
sich unter Ger. Audran und Duchange zum Kupferstecher aus. Er stach für 
Galleriewerke nach den ersten Meistern viele grössere Blätter, unter denen z. B. 
sein Triumph des Bacchus und der Ariadne, nach Poussin ehrenvolle Anerkennung 
verdient. 
Beauvarlet, Jacques Firmin, geb. zu Abbeville 1731, gest. zu Paris 1797, er- 
lernte die Kupferstecherkunst bei Ch. Dupuis und L. Cars und bildete sich darin, 
im Gegensatz zu dem damals in diesem Kunstzweig eingerissenen"Manierismus, zu 
einem vorzüglichen, die Richtung zum Ernsten und Besseren einschlagenden Meister 
aus. In seinen Stichen, unter denen man: La Conversation et la Lecture Espagnole, 
nach Vanloo, 2 Blätter von zartestcr Ausführung; die Geschichte der Esther (in 
7 grossen Blättern), nach de Troy; les Couseuses, nach Guido; der Marquis von 
Bomballes , nach R 0 s 1 i n und V o r n e t; Stephan Bourchardon , nach D r 0 u ai s; 
Moliere, nach Bourdon; la Toilette pour le bal und le Retour du bal, nach de 
Troy zu den besten zählt, verbindet er mit dem Bestreben, die stoffliche Beschaifen- 
heit der darzustellenden Gegenstände , die Spiele von Licht und Schatten, ja selbst 
die Farbe wieder zu geben, einen breiten Vortrag, der in seinen späteren Werken 
in eine sehr vollendete Ausführung übergeht. 
Beccafumi, DOIIIBIIiGO, genannt Meccherino, geb. 1484 (nach Andern geb.'1470) 
und 1551 noch am Leben, war der Sohn eines Bauern Paccio, dessen Namen er aber 
später mit dem seines WTohlthäters, eines Siener Bürgers, Lorenzo Beccafumi, ver- 
tauschte, der sich des Talent verrathenden Hirtenknaben annahm und ihn zu C a p anna, 
genannt del Tozz o , einem mittelmässigen Maler zu Siena in die Lehre that, bei 
welchem er sich im.Copiren nach Zeichnungen guter Meister übte, bis er Gelegenheit 
bekam , zwei Bilder zu sehen, die Peruginokfür Siena gemalt und die ihm so wohl 
gefielen, dass er sie so lang-e nachahmte, bis er sich ganz den Styl dieses Meisters 
angeeignet hatte. Nach solcher Vorbildung ging er nach Rom, Studirte dort so- 
wohl die Antiken und alten Meister, als auch vorzugsweise Raphael und Michel- 
angelo, und kehrte nach 2 Jahren in seine Heimat-h zurück, wo er alsbald mit dem 
dort in grossem künstlerischem Ansehen stehenden Sodoma wetteifernd in die 
Schranken trat. Er schmückte zuerst, und zwar im Jahr 1512, die Fagaden einiger 
Hauser zu Siena mit Bildern aus der Mythologie und malt-e sodann mit steigendem 
Beifall und Ruhme bei fast jeder neuen Hervorbringung, für S. Benedetto: eine sehr 
schöne Altartafel, die heil. Katharina die WVundmale empfangend, zu beiden Seiten 
die h. h. Benedikt und Hieronymus (gegenwärtig in der Academia (19119 belle 311i 
zu Siena): für die Kirche S. Martino: eine Geburt Christi; im Hospital von S. Maria 
della Scala: den Besuch der Madonna bei der heil. Elisabeth und für die Kirche 
S. Spirito: eine Vermählung der heil. Katharina (jetzt im Pal. Sarcini); ferner für 
die Kirche von Carmine (noch heute an einem Seitenaltar daselbst): den Sturz Luci- 
feYS; für die Nonnen von Ogni Santi: eine Krönung Maria (jetzt in der Sakristei
        

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