Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041617
Barriäre 
B arry. 
93 
Barriere, Dominique, Maler und vorzüglicher Kupferstecher, geb. zu Marseille 
um 1622, gest. zu Rom 1673, radirte mit leichter und geistreicher Nadel viele Land- 
schaftcn, See- und Architekturstücke.  B 
Barry, Charles, einer der ersten lebenden englischen Architekten, der Erbauer 
verschiedener Kirchen und Paläste in England, besonders aber der neuen, im Ge- 
schmack der gothischen Schlösser aus der Zeit der Tudor errichteten Parlaments- 
gebäude, für deren Baurisse und Leitung er die Summe von 25,000 Pfund Sterling 
erhielt. In allen seinen Bauten, unter denen die kirchlichen freilich eine minder 
hohe Stelle einnehmen, zeigt er einen feingebildeten Geschmack, ein gründliches 
Studium der Haupttheile und sorgfältige Ausführung der Details. In einem Pracht- 
werk gab er 1849 sein Parlamentsgebäude unter dem Titel: „1llustrations of the New 
Palace of Westminster by Ch. Barry Esq. With a. history of the Palace by H. F. 
Ride. London, YVarrington und Son," heraus. 
Barry, F. 3., ein zu Paris lebender tüchtiger Seemalerj 
Barry, Heinlä, Zeichner und Kupferstecher, geb. in Holland um 1626, bildete 
sich nach Cornelius Visscher, in dessen Manier er mehrere sich durch die grösste 
Reinheit des Stichs auszeichnende Blätter stach, unter denen als die vorzüglichsten 
genannt werden: eine Alte, welche einen Topf zum Fenster hinausgiesst; ein beim 
Weintrinken eingeschlafenes WVeib, nach Mieris; Jacob Backer und eine, den Arm 
auf den Tisch stützende, sitzende Dame, nach Terburg und die Porträts der 
Admirale Tromp und Ruyter, nach F. B01. PB 
Barry, James, geb. 1741 zu Cork in Irland, fühlte schon in früher Jugend grosse 
Neigung zur Kunst, bildete sich auch wirklich ohne allen Unterricht in derselben 
aus und trat in seinem 19. Jahre mit einer grossen Composition, den heil. Patricius, 
den Schutzpatron von Irland darstellend, Wie er den König von Cashell tauft, in der 
Kunstausstellung zu Dublin auf. Dieses Bild machte ausserordentliches Aufsehen 
und verschaffte dem jungen Künstler die Unterstützung eines Kunstfreundes, der ihn 
1771 auf seine Kosten nach Rom schickte, woselbst Barry 5 Jahre verweilte. Ein 
Jahr nach seiner Zurückkunft wurde er zum Mitglied der Akademie ernannt und mit 
einem Lehrstuhl an derselben betraut. Da er jedoch wenige Bestellungen auf Bilder  
erhielt, griff er zur Feder und gab einige Schriften über die Kunst der Malerei, 
worunter seine: Untersuchung über die wirklichen und eingebildeten Hindernisse des 
Fortschritts der Künste in England, heraus, bis ihm im Jahre 1777 die Gesellschaft 
zur Aufmunterung der Künste in Adelphi den Auftrag ertheilte, ihren Versammlungs- 
saal mit Gemälden zu schmücken. Er stellte darin den Gedanken, dass die allge- 
meine Glückseligkeit nur durch die Entwicklung der Civilisation und die Vervoll- 
kommnung der menschlichen Gesellschaft erreicht werden könne, in 6 Bildern dar: 
Orpheus, oder den ältesten Zustand der Hirtenvölker und "den ersten Unterricht 
göttlicher Wahrheiten, ein griechisches Erntefest, worin der höhere Kulturzustand 
im Acker- und WVeinbau, und die Sieger zu Olympia, worin der höchste Zustand künst- 
lerischer, intellektueller und ethischer Bildung, angedeutet werden soll; sodann den 
modernen Zustand des blühenden Handels , durch den Triumph der Themse, den der 
Künste und Manufakturen, durch eine Versammlung der erwähnten Gesellschaft für 
Beförderung derselben, zuletzt den endlichen Zustand der Vergeltung, durch eine sehr 
bunte Versammlung ausgezeichneter Männer aller Zeiten im Elysium versinnlicht. 
In (ließen Bildern, an denen Barry 7 Jahre arbeitete und von denen jedes der zwei 
grössten 42 Fuss lang ist, herrscht eine lebhafte Begeisterung und manches Motiv 
ist recht glücklich ausgedrückt, sie leiden aber alle an sehr erheblichen Mängeln 
der Zeichnung, der Färbung und einem oft an die Karrikatur streifenden Ausdruck. 
Wegön der Vünihm herausgegebenen Schrift über geeignete Massregeln zur Ver- 
Vüllkonlmnung der Kunst in England, worin er u. A. die Erhaltung des katholischen 
RituS als vortheilhaft für das Gedeihen der Künste empfahl, wurde er als zankischer 
Aufwiegler und Jacobiner beim König angeschwärzt und von diesem seiner Stelle 
als Professor entsetzt und aus der Liste der Akademiker gestrichen, Worauf er seine 
Tage bis an sein Lcbensende, im Jahr 1809, in Zurückgezogcnheit, Selbstpeinigung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.