Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668170
Textile 
Kun st. 
Die 
Decke. 
41 
vorerst ohne Berücksichtigung der stofflichen und technischen Ein- 
flüsse, die den Stil der Behandlung solcher Raumesabschliisse mit- 
bedingen, alles was sich in Beziehung auf letzteren der Beobach- 
tung und Reilexion aufdräingt, wohlgeordnet, kurz und anschaulich 
zu formuliren. Um diess zu erleichtern, sei es gestattet, zwischen 
den beiden horizontalen Raumesabschlüssen, von denen zunächst 
die Rede sein muss, zu trennen (obschon in allgemeiner stilistischer 
Beziehung zwischen dem Fussboden und der Decke [dem Plaifond] 
grosse Analogieen obwalten) und zuerst nur den Fussteppich oder 
vielmehr die Fussbodendecke zu berücksichtigen, sodann die Pla- 
fonddecke für sich zu behandeln. 
Der t man sich den absoluten Begriff einer 
dur tten Teppich versinn- 
licht, so schliesst dieser Begriff, so allgemein gefasst die Nebenbe- 
grifilz des Rechts und Links, des Vorne und Hinten aus. Eine solche 
Richtungslosigkeit würde sich also durch eine ilngetheilte und un- 
gemusterte, mit einem Saume umgebene kreisrunde oder quadrat- 
ische Decke charakterisiren lassen. 
Vertlüchtigt man den sinnlichen Ausdruck dieses Begriffes bis 
auf sein einfachstes Element, so kommt man auf den Punkt, und 
zwar auf den Mittelpunkt der kreisrunden oder quadratischen Decke. 
Dieser Mittelpunkt nun ist der Ausgang und der Schluss aller 
Beziehungen, die stilgemäss auf einem (lerartigen, den absoluten 
Begriff einer horizontalen Ebene versinnlichenden Teppiche durch 
Unterabtheilungen, Lineamente und Muster hervorgebracht werden 
können.  
Selbst der Fall würde hievon keine Ausnahme machen, wenn 
man den Teppich in ganz gleiche oder in rhythmischer Abwechsv 
lung einander ablüsende regelmässige Felder theilte, die durch 
sich durchkreuzende Systeme paralleler Linien auf der Oberfläche 
desselben gebildet Wären, Welches vollkommen stilgerecht sein 
würde, weil durch derartige Muster der Sinn zwar nicht auf den 
Mittelpunkt direkt hingeführt, jedoch auch nicht verhindert wird, 
ihn zu suchen. Dieser Fall Würde dem ganz ungetheilten und 
monochrolnen Teppiche nahe stehen, und wie bei diesem Würde 
der Saum den nothivendigen Bezug auf das ideale Üentrum ver- 
mitteln. 
Der raffinirtere Formensinn begnügt 
dieser ausdrucksloseren Darstellung des 
sich edoch 
Mütives ; er 
un gerne mit 
sucht einen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.