Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668125
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Drittes 
wl-Iauptstück. 
Technik, die bei der Production dieser Bekleidungsüächen am 
frühesten thätig war, nämlich der textilen Kunst die grösste Be- 
qucmlichkeit des Darstellens oder Hervorbringens bieten. 
Es sei hier eine Stelle aus Richard Redgravds vortreiflichem 
Berichte über zeiehnende Künste, den dieser Künstler auf den 
Wunsch der königlichen Kommission für die Weltausstellung von 
1851 ausarbeitete, als zur Erläuterung des Angeführten dienend, 
angezogen. In der Abtheilung dieses Berichtes über Tapeten und 
andere Wandbekleidungen sagt Redgrave Folgendes: 
"Wenn man den Zweck solcher Stolfe berücksichtigt, wird die 
"passende Dekoration für sie sofort klar hervortreten, da sie die- 
"sclbe Beziehung zu den durch sie umschlossenen Gegenständen 
"haben müssen, die der Hintergrund zu einer gemalten Gruppe 
"hat. In der Malerei hat der Hintergrund, wenn wohl angeordnet, 
"seine eigenen entschieden hervortretenden Lineamente, aber diese 
"sind in soweit unterzuordnen und zu dämpfen, als sie nicht zu 
"besonderer Aufmerksamkeit auffordern dürfen, Während das Ganze 
"als Ensemble nur allein dazu dienen soll, die Hauptfiguren, näm- 
"lich den Gegenstand des Bildes, zu tragen und besser hervorzu- 
"heben. Die Dekoration einer Wand hat dieselbe Bestimmung 
"und erfüllt sie, wenn sie nach richtigen Grundsätzen ausgeführt 
"ist. Sie ist ein Hintergrund für die Möbel, die Kunstgegenstände 
"und die "den Wohnraum belebenden Personen. Sie mag den 
"Haupteffekt bereichern und die Pracht vermehren, sie darf so 
„angeordnet werden, dass sie den Charakter des Raumes bestimme, 
"dass si,e ihn heiter oder düster erscheinen lasse, sie mag schein- 
"bar die Hitze des Sommers kühlen oder das Gefühl der Wärme 
"und Gemüthliehkeit im Winter erwecken, sie kann so berechnet 
"werden, dass die beschränkte Räumlichkeit eines Saales grösser 
"erscheine oder eine Studirstube, eine Bibliothek sich als engum- 
"schlossen und abgesondert darlege  alles dieses kann bei pas- 
„sender Anwendung der farbigen Ornamente leicht erreicht werden. 
"Aber gleich jenem Hintergründe, mit welchem die Dekoration 
"schon verglichen wurde, muss sie, obschon sie einem der genann- 
"ten Zwecke gemäss ihren Charakter entschieden ausspricht, in 
"gedämpftem Tone auftreten und die Contraste in Lißht- und 
"Sehattenparthieen vermeiden. Streng genommen Sollte Sie sich 
"nur in Haehen und conventionellen dekorativen Formen bewegen 
rund harte, den Grund (lurchscluieidende Linien. oder Formen
        

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