Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1667928
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Drittes Hauptstück. 
Gleiche Ursprünglickeit und gleiche Bedeutung haben die 
Reihungen von Federn, die, wie jene Blätterkränze, wohl um- 
schliesse11,a,ber nicht binden und fesseln. 
Ein verwandtes, aber eine andere Nüance des Grundbegriffes 
ausdrüekendes Symbol ist die Reihung regelmässiger und nach 
den Gesetzen der Eurhythmie geordneter fester Körper (der Perlen 
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oder Knöchel, öäayoz rio-cgayalwrol) auf eine Schnur. Sie ist 
weder nach Üben noch nach Unten hinweisend, also in (Hegel- 
Beziehung neutral; die Fessel ist hier nur thätig, um die Einhei- 
durch begrüssende Frauen und Knaben Blumenbouquets gereicht werden. Andere 
schmücken ihren Hals mit Lotuskränzen. 
Man erkennt aus diesen ägyptischen Wandgemälden, so wie gleicherweise 
aus den Sculpturen und Bildern der Griechen den eigenthümlich architektoni- 
schen, d. h. rhythmisch geregelten Charakter der antiken Kränze; die natura- 
listische, mehr moderne Romantik des Bouquct- und Kränzewesens fand bei den 
Alten nur dort, wo sie bezeichnend ist (bei bakchischen Aufzügen z.  Anwendung. 
Dagegen bestanden die meisten aus Blu- 
xjyß ailllää men, Früchten und Blättern zusammen- 
!     gesetzten Combiriatienen der Alten in ein_ 
ß i."  fachen oder altemirenden Reibungen, 
{(17  nämlich Blätter wurden einfach mit dem 
 X1111 Stilende neben einander auf einen Halm 
   oder einen Faden gereiht, oder man 
nnv H  M  fadelte Blumen auf, gleich Perlen, wie 
w  beistehende Figur zeigt, Andere Kränze 
   stellten Flechtwerk und gedrehte Wiilste 
X"  X ä dar. Es gab doppelte und dreifach, wohl 
ä  auch mehrfach gedrehte Kränze; jede 
N1;  Gattung derselben hatte ihre bestimmte 
 I . symbolische Bedeutugg.  
nzaaqi rs vozguiaaqo es rezslzuug uüulrp arupvivcov lzuzmv. 
Die dreifach gewundenen Kränze aus kreisförmig sich verschlingendem 
Epheu und Narkissos. Chaeremon Trag. beim Athenäus l. c. 
Es wäre für das Verständniss mancher Typen der Baukunst der Alten von 
Wichtigkeit. den herrschenden Charakter" ihrer Kränze und den Sinn, den sie 
gewissen Modificationen derelben heilegten, zu kennen. Das angeführte Ka. 
pitel des Athenäus und des älteren Plinius viertes Kapitel des 16. Buchs sind 
Hauptstellen für den angeregten Gegenstand.
        

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