Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1672813
Textile 
Kunst. 
Die 
Römer 
Verfalle. 
505 
Annahme ein neues Prinzip in die darstellenden Künste eingeführt 
zu. haben denx nur noch architektonisch massenhaft thätigen 
Eriindungsvermögerl spätrömischer Kunst nicht entspricht. 
Die Rückkehr zu einfacheren oder geregelteren Sitten und ein 
ihr entsprechendes höheres Kunstbestreben nach Domitian war 
von nur SOjähriger Dauer (vom Ende des zweiten bis gegen das 
Ende des dritten Jahrhunderts), worauf der Orientalismus, seine 
Dämme durchbrechend, um so verderblicher den Sitz der römi- 
schen Monarchie überfluthete. 
Der syrische Luxus enthebt sich nun immer mehr der Schran- 
ken des ihm antipathischen Schönheitsgesetzes der Hellenen, das 
bisher noch seine schwankende Herrschaft über die Stofflichkeit 
behauptet hatte, dabei lockert sich das Band, welches die tech- 
nischen Elemente der Architektur zu gemeinsamem Kunstwirken 
zusammenhielt, immer mehr; die Wand löst sich gleichsam von 
der Mauer ab und diese wird zur Deckenstütze. Zugleich hört 
Bildnerei und Malerei auf Kunst zu sein, in Folge dessen nur im- 
mer gieriger für den fehlenden Kunstgenuss der Genuss des 
stofflich Schönen und sinnlich Reizenden gesucht wird. 
Aller hierher gehörige Stoff ist in dem Buche peintures an- 
tiques etc. von R. Rochette zusammengetragen, wo neben den 
Citaten alter Schriftsteller und den Funden auch die Titel alle!" 
alten und neuen Schriften, die diesen Gegenstand betreffen, gefun- 
den werden können, wesshalb ich den Leser, anstatt mit entlehnt-- 
ten Citaten zu prunken, einfach auf dieses gelehrte Werk verweise. 
Christliches 
Zeitalter. 
Westliches 
Reich. 
Wie das weltliche Kaiserthum im Scheiden begriffen War 
schlich sich die neue leise und langsam im Verborgenen gross 
gewachsene Idee der spiritualistischen Weltherrschaft hinein in 
das weite Haus des sterbenden Weltriesen. Constantinus Mag- 
nus, der ärgste Feind dieser Idee, obschon ihn die katholische 
Kirche als Heiligen erkennt, einer Idee deren künftige Gewalt 
SCHWER 64-
        

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