Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1672670
Textile Kunst. 
Die Römer 
als Welteroberer. 
491 
Das Prinzip dieser lzVanddekorationen, architektonisch gefasst, 
ist ähnlich dem griechischen der polygnotischen Zeit, nämlich 
die allgemeine tapetenartige Ausbreitung der fortlaufenden Bilder 
über die ganze meistens mit einem gemalten Lambris von dunk- 
lerer Färbung versehene Wand in einer oder mehreren fries- 
artigen Zonen über einander. Tafeln, Felder, Lesenen, (abaci, orbes, 
cunei etc.) und andere Motive, die Vitruv als der alten Weise 
der farbigen Wandbekleidung entsprechend bezeichnet, finden sich 
unter den älteren und selbst unter etrurischen Gräbern späterer 
Zeit, wie die Römer bereits ganz Italien beherrschten, noch nicht 
vor, woraus abzunehmen ist dass jene angeblich den Alten (ve- 
teribus) angehörigen Inkrustationsnachahmungen in Putz wahr- 
scheinlich nicht älter sind als die alexandrinische Zeit. 
als Welteroberer. 
Römer 
Die 
Die Einflüsse welche das Plünderungssystem der römischen 
Triumphatoren, Prokonsuln und Aedilen der späteren Republik 
auf Sitte und Lebensweise der Römer im Allgemeinen, sowie be- 
sonders auf die römische Baukunst herbeiführte, sind bereits des 
Genauen behandelt worden (oben Seite 297 u. HI). Die Tempel, 
Märkte und Hallen, sowie die Häuser und Villen der kunst- 
dilettantistischen und prunksüchtigen römischen Bürger und Frei- 
gelassenen füllten sich mit geraubten Statuen und Bildern, wo- 
durch jene WVerke einen nur äusserlichen, die architektonische und 
dekorative Komposition anfänglich gar nicht berührenden, dann 
nur unvollständig und auf mehr oder weniger gewaltsame Weise 
in sie einverleibten, Schmuck, erhielten. Aber hierin waren die Rö- 
mer nicht originell, sondern nur die Erben und Erweiterer eines, 
wie oben gezeigt wurde, bereits von den Griechen seit Alexander 
und schon früher angenommenen dekorativen Systemes. Diesem 
entsprach auch die polylithe Dekoration, welclf asiatischer Luxus 
gleichzeitig in die Baukunst, in die Skulptur und in die Kleinkünste 
eingedrungen war und bereits wenigstens in den griechischen 
Hauptstädten Asiens und zu Alexandria in voller Blüthe stand, 
ehe die Römer ihre Macht bis dorthin auszudehnen begonnen 
hatten. Sie hatte auch bereits bei den Griechen zu der Erfindung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.