Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1667742
XLII 
Doch auch die Schwerkraft hat ihren Einfluss auf proportionale Ge- 
staltung des Fisches; denn seine Durehsehnittsebne, WO immer sie ver- 
tikal auf die Längenaxe genommen wird, ist nach der Breitenausdehnung 
symmetrisch, nach der Hühenausmessung aber dem Prinzipe der 
aufrechten Gestaltung gemäss, spindel- oder flammenförmig propor- 
tionirt, wobei aber wieder die mekrokosmisehen Einflüsse sich auf un- 
deutliehere Weise bethätigt zeigen als dieses bei den Beispielen aufrech- 
ter Gestaltung der Fall ist. 1 
Von 
der 
Richtungs autorität. 
Auch sie ist nicht für sich allein thätig, sondern wie die proportionale 
Autorität entweder nur in Verbindung mit der makrokosmisch-symme- 
trischen oder in Verbindung mit dieser und gleichzeitig mit der Propor- 
tionsautoritiit. 
Letzterer Fall ward schon im Näehstvorhergehenden besprochen, der 
erstere zeigt sich am vollständigsten beim Menschen. 
Wie der Ilischkopf das Zusammenfallen der beiden Hauptaxen, der 
Lebensaxe und der Riehtungsaxe klar und deutlich wiederspiegelt, eben 
so verständlich spricht sich in dem Menschenkopf die rechtwinklicht 
normale Lage jener beiden Hauptaxen zu einander aus. Er ist das hohe 
Symbol des absoluten, von Selbsterhaltung und Materie gleich unab- 
hängigen, freien Willens.  
die 
Ueber 
Inhaltsautorität. 
Die drei genannten Autoritäten als Repräsentanten dreier einheit- 
licher Principe niederer Ordnung, bilden für sich wieder drei Vielhei- 
ten höherer Ordnung, die 'in höherer Einheit zusammenwirken sollen. 
Dieses ist die Zweckeinheit oder die Inhaltseinheit, die, nach 
dem Grade der Vollkommenheiten, welche Natur und Kunst gestatten, 
sich als Regelmässigkcit, als Typus, als Charakter kund gibt 
und sich in höchster Potenz bis zum Ausdrucke steigert. 
Hierbei, nämlich um diese Einheitlichkeit höherer Potenz zu bewir- 
ken, macht sich wieder das Prinzip der Subordination (der Autorität) 
geltend, und ist dasselbe vornehmlich thätig in den niederen Regionen 
des Schaffens. 
So trifft es sich dass in der Kunst wie in der Natur bald durch 
krystallinische Regelmässigk eit, bald durch die Herrschaft der Sym- 
metrie, bald durch hervorragend proportionale Entfaltung, bald endlich 
die Schwimmkörper 
der Alten. 
' Vergl. über 
Schleudergeschosse 
den 
bereits 
citirten 
Aufsatz 
über 
die
        

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