Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1672451
Textile Kunst. 
Verdrängung der Wandmalerei durch die Tafelmalerei. 
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tigung der vollständigen Erhaltung so vieler Produkte jener 
Kunsttechnik aus allen Perioden, welche sie durehging, soll das 
Nähere, besonders dasjenige was den technischen Theil der wich- 
tigen uns hier beschäftigenden Frage betrifft, in dem zweiten Haupt- 
stück über die Keramik folgen, hier nur das allgemein Geschieht- 
liche der Polychromie in seinen weiteren Phasen kurz gegeben 
werden. 
der 
Verdrängung 
Wandmalerei durch 
die Tafelmalerei. 
Also weit entfernt dass mit der dritten Periode der griechi- 
schen Kunst und dem Marmor als hauptsaichlichstem Bildstoif die 
Farblosigkeit in der Baukunst und in der Skulptur eintrat, war 
vielmehr das Gegentheil der Fall: die ernste konventionelle Olig o- 
chromie wurde nun erst blühende P oly chromie. 1  
Zu dieser Zeit auch verdrängte die Staffeleimalerei immer 
mehr das eigentliche Wandgemälde und ging ihren abgesonderten 
von der Architektur unabhängigen Weg zu höchster technischer 
Vollendung, zu der Darstellung der Leidenschaft und Gemüths- 
welt, zu treuer Naturschilderung. Die Namen der grössten Künstler 
schmücken diesen Zeitraum der Kunstgeschichte  aber auch 
nu r ihre Namen und einige ungenügende Daten über ihre Werke, 
gleichsam nur Register derselben, denn nichts von letzteren 
hat sich erhalten. Einige der vollendetsten und gepriesensten 
Werke dieser Meister waren ausgeführt in der neu erfundenen 
oder vielmehr von Aegypten und Asien entlehnten enkaustischen 
Manier, von der wir noch immer nicht wissen, was sie eigentlich 
war, doch die Mehrzahl war a tempera gemalt und mit einem 
die Farben dauernd befestigenden Firnisse oder Wachsüberzugc 
(causis) fixirt. 2 Diese Tafelbilder wurden zum Theil als Weih- 
geschenke in den Tempeln aufgestellt, theils und zwar am häufig- 
sten wurden sie als Embleme in architektonisch dekorativer An- 
ordnung den Wänden der Cella einverleibta (äguölszv, äyuguizsav, 
ipßdllslv, inserere, includere); auch wohl zwischen den Säulen an 
die 
1 Zu diesem und dem vorhergehenden Paragraphen gehören d 
attischen Marmortenxpel bezüglichen Tondrucke. 
 2 Letronne lettres-etc. p. 395. 
3 Tabulae pictae pro tectorio includuntur. Digest. XIX. 1, 17. 
auf die
        

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