Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1667725
nicht in allen Fällen mit den 
Charakters vereinbaren lässt. 
da ihre Durchführung sich 
der Zwecklichkeit und des 
Anforderungen 
Die 
pro portionale 
Autorität. 
Sie tritt niemals selbständig, d. i. für sich allein auf, sondern ent- 
weder in Verbindung mit der makrokosmischen Autorität oder in Ver- 
bindung mit dieser und gleichzeitig mit der Richtungsautorität. 
Verbunden mit ersterer erscheint sie an den radialen, entweder un- 
mittelbar dem Schosse der Erde entwachsenen und auf ihr fussenden 
oder auf einem Hauptstamm als Abzweigungen sich entfaltenden, Indivi- 
dualitäten der Erscheinung. 
An diesen radialen Phänomenen der Erscheinungswelt zeigt sich die 
sich polarisirende Thätigkeit zweier einander entgegen wirkender Kräfte 
auf einer und derselben vertikalen (oder allgemeiner radialen) Axc der 
Gestaltung. Beide Thätigkeiten oder Potenzen treten in Konflikt, und 
dieser Konflikt soll sich auf eine solche Weise in der Erscheinung reiiek- 
tiren, dass damit zugleich das daraus resultirende dynamische Gleichge- 
wicht zur Evidenz trete. (Siehe weiter oben.) 
Als Reflex und Repräsentant der makrokosmischen Thätigkeit macht 
sich nun zuerst an derartigen Erscheinungen geltend die Basis des pro- 
portionirten Systems. 
Als Reflex und Repräsentant des individualistischen Triebes oder 
Wirkens (in der Pflanze z. B.) tritt dann an derselben proportionirten 
Erscheinung, und zwar dem Gipfel zunächst, hervor die Dominante 
des Systems. Beide sind vermittelt durch ein neutrales tragendes Mit- 
telglied, an den Eigenschaften beider vorhergenannten Autoritäten par- 
ticipirend, sich beiden gleichmässig anschliessend, und die Gegensätze an 
sich vermittelnd. 
Die Basis entspricht dem tellurischen (allgemein dem makrokos- 
mischen) Einheitselemente, dessen Reilex sie ist, entweder durch ruhige 
Masse, einfache Gliederung, dunkle Färbung, oder durch säulenartige Multi- 
plioität, Tragfähigkeit und virtuelle Federkraft. 
Die Dominante entspricht dem entgegengesetzten mikrokosinischen 
Einheitselemente, welches sie repräsentirt, durch Reiohthum der Gliede- 
rung, durch Schmuck, Concentration alles Oharakteristischen der Indivi- 
dualität in ihr, glänzende und helle Farbe. Sie ist der Masse nach, ins- 
besondere der Höhenausmessung nach, das Kleinere und charakterisirt 
sich stets als Getragenes und Krönendes, als Haupt. 
Das Mittelglied charakterisirt sich zugleich als Tragendes und 
Getragenes und zeigt eine Haltung und Färbung, in Welßhell Sich die 
formalen Sonderheiten und Farben beider vorher genannten Glieder der 
Proportion mischen, oder vielmehr im Doppelreiiexe versöhnen. Es bil-
        

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