Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1672394
Kunst. 
Textile 
Stil. 
Vollendeter 
463 
als solches präsentire, noch viel weniger scheint an die Benutzung 
buntgefärhter Marrnorarten zu polychromen Zwecken 'in jene;- 
besten hellenischen Kunstperiode allgemeiner gedacht worden zu 
sein, obschon diess in Einzelnfällen geschehen mochte.) Was 
bewog dann aber zu der Einführung dieses neuen Baustoffes? 
Auf den ersten und ansehnlichsten Grund dazu hat schon 
Quatremere de Quincy hingewiesen; er sagt (Jup. Olymp. p. 31): 
„Les aneiens separerent beaucoup moins qu'on ne le se ligure 
dans leurs travaux les plaisirs des yeux de celui de llesprit; c'est 
ä. dire que la richesse, 1a variete et la. beaute des matieres qui 
sont 1a parure des ouvrages de Part furent chez eux bien plus 
intimement reunies qu'on ne le pense au beau intrinseque ou äla 
perfection imitative qui sans aucun doute en sont le principal 
merite." 
Doch abgesehen davon wurde im ganzen Alterthum unglaub- 
licher Werth auf die Aechtheit und den kostbaren Gehalt des 
Stoffs, woraus ein Werk der Kunst ausgeführt werden sollte oder 
war, gelegt, selbst wo dieser gar nicht sichtbar hervortrat; und 
man liebte dessen Beschaffenheit, obschon sie das Erscheinen des 
Werks wenigstens nicht unmittelbar betraf, vor allem anderen 
hervorzuheben. Das Gold zu den chryselephantinen Statuen, wie 
zu anderen Weihgeschenken, musste z. B. durchaus unlegirt sein, 
obschon es zum Theil mit bemalten Ornamenten bedeckt wurde. 
Doch erstreckte sich das Interesse für das Stoffliche auch auf 
minder kostbare Mittel der Ausführung. Ohne die vielen Stellen 
anzuführen, in denen von Monumenten aus Poros und andern 
Bausteinen die Rede ist, wovon wir bestimmt wissen dass sie 
unter Stuck und Farben unsichtbar _Wurden, sei nur beispiels- 
weise an die bereits citirte Stelle im Josephus über den Juden- 
tempel erinnert, wo hervorgehoben ist dass er aus weissem Steine 
erbaut gewesen sei, obehon von ihm (nach Josephus) weder inner- 
lich noch äusserlich ein Fleck sichtbar blieb, sondern er_ ganz 
mit Gold bedeckt wurde. 2 Als zweites Beispiel diene die Notiz 
1 So z. B. machen mich in dieser Frage. die grünen oüenbar antiken 
Säulen, deren Ueberreste in dem Inneren des Tempels der Athena Polias ge- 
fanden wurden, unsicher- 
2 Man Sollte doch endlich aufhören, den lsvnö; lziäog fortwährend 
Gegenbeweis gegen die Polychromie der Marmorgebäude voranzustellen. 
als
        

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