Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1672296
Kunst. 
Textile 
Alt-Hellenisches. 
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nur die Metalle, das Elfenbein und der Marmor bedurften dieses 
künstlichen Hintergrundes nicht, wesshalb diese edlen Stoffe in 
der Zeit der vollendeten Kunsttechnik vor allen gesucht wurden. 
Der Stuck diente aber keineswegs allein als glatter Hinter- 
grund der Malerei, vielmehr war die plastische Behandlung 
der Stuckflächen, die eigentliche Stuckaturarbeit, die caela: 
tura tectorii, das ist das Verfahren die gemalten Ornamente und 
die Gemälde auf Wandilächen durch Stuckcaelaturen zu heben, 
eine von den Alten sehr ausgebildete Technik.  
Kunsthistoriker haben nicht ermangelt auch die Aufnahme 
dieser Kunst erst in die Spätzeiten zu versetzen, weil man aller- 
dings wieder auf dieselbe zurückgekommen ist, wie auf so man- 
ches andere, was, den ältesten Kunsttraditionen angehörig, mit 
dem herannahenden Verfalle wieder Aufnahme fand;  nichts 
desto weniger ist sie uralt, und, wenn deren frühe Geltung auf 
eigentlich hellenischem Boden jetzt nicht mehr durch vorhandene 
Ueberreste dieser Art nachgewiesen werden kann, so sprechen 
doch gewisse altgriechische Grabkammern bei Cumae, Neapel; 
Pestum und sonst in Unteritalien, deren Inneres mit Stuckgesim- 
sen und leicht reliefartig erhabenen Wandgemälden verziert sind, 
für die frühe Verbreitung derselben unter den hellenischem und 
den verwandten gräko-italischen Stämmeml 
Unglücklicherweise sind diese in stilhistorischer Beziehung höchst 
interessanten Alterthümer immer nur einseitig mit Rücksicht auf 
die dargestellten Gegenstände und deren Inhalt beschrieben und 
gezeichnet worden, und noch dazu schlecht, vornehmlich fehlen 
die Angaben der architektonischen Glieder und Verzierungen;  
dennoch lässt auch die unvollkommene Kenntniss dieser Werke 
keinen Zweifel darüber dass sie ein sehr altes Prinzip der 
Dekoration vertreten, ein älteres als die glatte Malerei, die schon 
als Abstraktion in der Darstellung gelten mag, ein Prinzip das, 
wie wir wissen, im Oriente schon in frühester Zeit herrschte. 
Dieser Art auf Stuckreliefs ausgeführter Malerei waren ohne 
1 Scheleti Cumani dilucidati dal Canonico Andrea di Jorio Nap. 1810. 8. 
De monumentis aliquot graecis e Sepulcro Cumaeo recenter effosso erutis etc. 
autore F. C. L. Sickler. Weimar. Jorio sepolcri antichi p. 26. Das Grab 
von Armento, dessen vier Seiten mit Ornamenten und Figuren aus kolorirtern 
und vergoldetem Stucco verziert waren. Antichitä, Pestane von Canon. Ba- 
monte. Memorie sui monumenti di antichitä. da D. Nicola tavol. VI, Das 
Grabmal zu Ruvo: R. Rochette peiut. am. pag. 454.
        

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