Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671845
408 
Hauptstück. 
Viertes 
Nach Lepsius feiner Hypothese entsprechen diese Stein- 
hüllen den Regierungsjahren des Königs, der nach seiner Thron- 
besteigung den Kern zu seiner Pyramide aufführen liess. Doch 
entsprechen sie auch dem natürlichsten schon bei der Aufschüttung 
jedes einfachen Erdhügels in Anwendung kommenden Kon- 
struktionsverfahren, demjenigen nämlich das in der That noch 
jetzt bei ähnlichen Bauanlagen zu empfehlen ist, weil es die Aug- 
führung erleichtert und die Masse zusammenhält, so dass sie 
gleichsam wie ein einziger Felsblock auf das Fundament drückt. 
Interessanter noch für unsere Frage ist die Weise wie diese 
mächtigen Quadertumuli zu ihrem endlichen Abschlusse gelangten. 
Man füllte nämlich von oben anfangend, wahrscheinlich nachdem 
in westasiatischer Weise ein Sanctuarium oder der thronende 
Koloss des Königs auf der abgeplatteten Spitze errichtet war, 
die Absätze der Terrassen mit Quaderwerk aus, so dass eine von 
vier Dreiecksflächen gleicher Neigung gebildete Pyramide daraus 
Q 
hervorging. Nur noch der Höhe der einzelnen Quader entspre- 
chende kleine Absätze unterbrachen die Continuität der vier 
Flächen; auch diese wurden wieder mit einer Schicht von härterem 
kostbarerem Steine überkleidet und zwar genau nach dem Prin- 
zipe der antiken Daehbedeckungen, nämlich so, dass jeder obere 
Stein den unteren überdeckte und gleichsam festhielt. Darauf 
meisselte man von oben herab die getreppte Bekleidung glatt, so 
dass noch eine bedeutende Steinstärke selbst an den Kanten der 
Konstruktionsqilader übrig blieb. Die glatten abgemeisselten Flä-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.