Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1667643
XXXII 
und die Buche zeigen die bezeichnete symmetrische Ordnung. Aber ver, 
wickelter tritt das Naturgesetz auf, wenn ein anderes Radiationsprinzip 
die Pflanze charakterisirt, wenn z. B. die Zweige, wie bei der Pappel 
und bei der Cypresse, in sehr spitzen Winkeln dem Stamme entkeimen 
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Hier nähert sich wieder die Symmetrie der Aeste mit ihren Zwei 
gen und Blättern der planimetrisehen Eurhythmie des Hauptstammes, ohne 
sie jedoch rein darzustellen. Das Streben nach Massengleichgewieht und 
Symmetrie unter so eomplicirten Wechselverhältnissen veranlasst und 
treibt die formenreiche Natur zu dem unendlichen Wechsel von Ersehe; 
nungen den die Pflanzenwelt bietet, in der wir das symmetrische Gesetz 
im Durcheinanderwirkcn mit der Proportionalität, durch welche es sich 
spiraliseh gleichsam hindurchschraubt, mehr ahnen als erkennen;  
durch ein Theil jenes romantischen Zaubers bedungen ist, den die 
Pflanzenwelt auf das Gemüth bewirkt. 
Die animalische Schöpfung zeigt zwar noch unendlich ircicres unq 
reicheres Schaffen als die Pflanzenwelt, allein die formalen Eigenschaften 
treten bei den Bildungen der Thierwelt in ihren Elementen viel klarer 
hervor, als diese bei den Gebilden des Pflanzenreichs der Fall ist. 
Denn die Symmetrie, von der es sich hier zunächst handelt, ist nur 
bei den Polypen, Strahlthicren u. a. aber niemals bei den höheren 
thierischen Gebilden planimetriseh, wie bei den Pflanzen, sondern stets 
nur linearisch. Es gibt keine thierische Form höherer Entwickelung, 
die nach irgend einer der drei Hauptaxen der räumlichen Ausdehnung 
durchschnitten oder auf sie projieirt vollkommen regelmässig erschieng 
Die lineare symmetrische Axe bei Wirbelthieren und Menschen ist eine 
horizontale Linie, welche die Richtungsaxe (von der unten die Rede sein 
wird) reehtwinklieht triift. Dabei sind animalische Gebilde weder in 
dem Sinne von unten nach oben, noch in dem Sinne von vorne nach
        

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