Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671524
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Viertes 
Hauptsti 
ick. 
dass sie hohl sind und dass ihre geradlinigten quadratischen 
und vollen Formen dein Prinzipe der Tubularkonstruktion ent- 
sprechen. Sie sind in dieser Beziehung zu den ägyptischen in 
MWWW    so entschiedener Weise der Ge- 
    gensatz dass man glaubt meh_ 
 Iwhiv 1T Ä) rere Uebergangsstile zwischen 
 "i! l  beiden annehmen zu müssen. 
 fwiXxil e. l!   Die eingelegte Arbeit in Holz, 
     der Gebrauch des Elfenbeins, 
  ß iäg  Xil. Metalls, Bernsteins, seltener 
 Holzarten, des Schildpatts, der 
 _ x Perlmuttei- und anderer kost- 
Aemischer Streitwagem barenStoffe war übrigens den 
  Assyriern nicht weniger geläufig 
als den Aegyptern, Phönikiern, Juden, Griechen, 1 Hetruskern 
und allen kiinstfertigen Völkern des Alterthums und wahrschein- 
lich zeigten sie auch hierin durch den Stil dieser Arbeiten ihre 
Priorität der Ursprünglichkeit. Die frühere Benützung des Elfen- 
beins zu diesen Zwecken in den Gegenden des Euphrat scheint 
schon dadurch erwiesen dass dieser kostbare Stoff hauptsäch- 
lich aus Indien durch den  Zwischenhandel Assyriens bezo- 
gen ward. 
Hiernach mag es immerhin noch bezweifelt werden können 
dass die Technik des Bekleidens der Gezimmer durch Metall das 
sei wofür ich sie oben ausgab, nämlich älter und ursprünglicher 
als die eigentliche auf das Prinzip der Stabkonstruktion gestützte 
Tischlerei und die damit zusammenliangende eingelegte 
Arbeit. Vielleicht sind sie Zwillinge und verwachsen sie in 
Eins in dem jedenfalls sekundären Metallgusse mit eingelegter 
Arbeit. Eben so fragt es sich, ob die eingelegte Arbeit, das En- 
tarso, das schon der Wilde an seinen Waffen und Geräthen aus- 
übt, das man beinahe bis zu der Sitte des Tettowirens hinauf 
zu verfolgen geneigt wäre, als eine dauerhaftere Art des Malens 
oder 0b nicht vielmehr das gemalte Ornament als billiges leicht 
ausführbares Surrogat für das ältere, oder doch wenigstens früher 
1 Schon in den frühesten Zeiten waren die Griechen mit der eingelegten 
Ilolzarbeit vertraut. Beispiele, das Bett des Odysseus (Od. XXIII. 200), der 
Sessel der Penelope von dem räuraw Ikmalion (Od. XIX. 56), die Lade des 
Kypselos (Pans. V. 17. Dio Chxysost. XI. p. 325 ed. Reiske).
        

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