Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671408
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Viertes 
Hauptstück. 
erleichterter Emailmalerei. Sie wurde bei den Alten nach densel- 
ben technischen Grundsätzen und Proceduren behandelt, welche 
bei der weit ursprünglicheren Ziegel- und Metallenkaustik und der 
verwandten Mosaikrnalerei lange vorher galten. 
Doch ich wünsche Weder bereits Gesagtes zu wiederholen, 
(siehe  56 über Färben etc.,) noch Kommendern vorzugreifen 
und verlasse diesen Gegenstand einstweilen für ein anderes Thema. 
Schon oben bemerkte ich dass wahrscheinlich nur die Üeber. 
reste von Ruinen untergeordneten Ranges aus dem grossartigen 
Complexe einer assyrischen Palastanlage sich erhielten, dass die 
eigentlichen Prachtgemächer mit ihren goldbeschlagenen Getäfeln 
von Ccdern- und Cypressenholz, mit ihren Wandpcnnälen aus 
skulptirtem Elfenbeine und sonstigen kostbaren Bekleidungen 
wahrscheinlich mit ihrem Sehutte die unteren Gemächer füllen 
oder in dem Labyrinth der Räume begraben liegen, die, weil sie 
keine Steinbekleidung hatten welche ihr Aufsuchen erleichterten 
und belohntcn, von unseren antiquarischen Forschern grossentheils 
unberücksichtigt und undurehsucht geblieben sind.  
Die Mittheilungen über die unglaubliche Pracht der Ausstattung 
dieser Räume welche die Autoren geben bewegen sich in ziem- 
lich allgemeinen Ausdrücken, so dass sich kein recht klares Bild 
daraus gestalten will. 
Eine durch Philostratus den älteren uns erhaltene gewiss einer 
weit früheren Zeit angehörige Notiz über die kgl. Burg von Baby- 
lon lässt sie mit ihren ehernen Dächern in der Sonne blitzen, die 
Zimmer und die Männersäle sowie die Stoen seien mit Silbernen 
und goldenen Geweben verziert, andere Räume seien mit solidem 
Golde wie mit Gemälden bekleidet und die Darstellungen auf 
den Peplen der Wände hätten geschienen als seien sie der grie- 
chischen Sagengeschichte vom Orpheus, der Amymone und der 
Andromeda entnommen. Ein anderes Zimmer habe eine Kuppel 
in Himmelsform von Sapphir mit goldenen Götterbildern darüber, 
die gleichsam aus dem Aether herableuchteten. 
Neuer und interessanter wäre es für uns , könnten wir 
über das Boiseriewesen der Assyrier und Babylonier Genaueres 
erfahren. Wir? wissen nur, dass trotz der Armuth an eigenen 
Holzarten, da das Land nur Pappeln und Palmen hervorbringt, 
dennoch das Holz in der Baukunst ein sehr wichtiger Stoff war,
        

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