Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671367
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Viertes Hauptstück. 
derholt gerühmt und hervorgehoben wird.  Aber ich halte es 
für schwierig zu bestimmen wie sie in Gemeinschaft mit den 
darüber befindlichen Ziegelwänden und hölzernen Plafonds, deren 
Malerei konstatirt ist, in polyohromatischer Beziehung wirkten, um 
so schwieriger da der Stil jener über den steinernen Lambris an- 
fangenden Wandmalereien je nach den Zeiten und den dabei bei 
nützten Bekleidungsmitteln der Wände sehr verschieden war und 
somit auch die untere Täfelung darnach ihre Stimmung ändern 
musste. 
Diess bestätigen schon die an den verschiedenen Monumenten 
in dieser Absicht angestellten Beobachtungen, die sehr von 
einander abweichen. In Nirnrud waren die Ueberreste von F ar- 
ben auf den Skulpturen seltenß Die Pigmente scheinen sich an 
den ältesten Reliefs von Nimrud auf blau, roth, gelb, schwarz 
und weiss zu beschränken, gleich wie dieses auf den wahrschein- 
lich gleichzeitigen Stuckmalereien der ältesten Zeit der Fall ist 
Doch kommt auch das zarte Grün vor, das den Hintergrund 
der Terrakottamalereien bildet und wohl auch in der Reliefmalerei 
als Grund benützt wurde. 
Viel häufigere Spuren von Farben fanden sich zu Chorsabad; 
an den Draperien, an der Mitra des Königs, auf den Blumen, 
den Pferdgeschirren, den Wagen, Bäumen u. s. w. Auch die 
Flammen der brennenden Städte und die der Brandfackeln sind 
durch Malerei angedeutet, wie zu Nimrud. Ausserdem will Hen- 
Flandin 2 an allen nicht anders bemalten Theilen der Basreliefs 
von Chorsabad einen ockergelben Grund gefunden haben, so dass 
also- die Inkarnate der Figuren, die Gewänder und der Grund 
gleichförmig gelb angestrichen gewesen Wären, was nicht wohl zu 
glauben ist. Weit eher liesse sich eine allgemeine Vergoldung 
dieser Bildwerke vermuthen, wobei aber immer das Gold noch 
1 Nur an Haar, Bart und Augen, an Sandalen und Bogen, an den Zungen 
der adlerköpfigen Figuren und sehr schwach an einem Kranze, so wie an 
einer Feuersbrunst konnte Layard Farben unterscheiden. Bei dem Zustande 
der Beklecksung und Betünchung in welchem sich die Reliefs des Br. Mu- 
seum darstellen lässt sich nichts mehr an ihnen beobachten. Einsichtsvollere 
Fürsorge für die Erhaltung denursprünglichen Oberfläche gestattet dagegen 
an den Monumenten assyrischer Skulptur im Louvre noch jetzt die Ueberreste 
ihrer Bemalung zu erkennen und zu studiren. 
a Siehe dessen Voyage Areheologique ä Ninive in der revue des deux" 
mondes und den Text zu dem Kupferwerke über Chorsabad.
        

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