Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671191
Textile Kunst. 
Assyrien. 
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genen Civilisations- und Bauprinzipes, das in einer Vorgeschicht- 
liehen Urzeit über das ganze Mittelmeergebiet verbreitet war, ab- 
gibt. Zu den merkwürdigsten vcrhistorischen Anlagen dieser Art, 
aus kolossalen Quadern gebaut und kunstgerecht gewölbt, gehört 
die Terrasse des Tempels zu Balbek. 
Der solcherweise künstlich gewonnene Berg beherrschte die 
Ebene und war oben zu einem zinnenumkrönten Plateau abge- 
Hacht, auf welchem die prachtvollen Paläste der Könige, die 
Tempel und Grabespyramiden sich in unregelmässiger Gruppirung 
nach Gesetzen die wir nicht leicht mehr erkennen können, wohl 
auch nach Willkür und Einfall der auf einander folgenden Gene- 
rationen die durch Jahrhunderte hindurch an ihrem Aufbau 
thätig waren, emporthürmten. 
Verweilen wir zuerst einige Augenblicke bei der Fussboden- 
täfelung dieser künstlichen Plattformen, die für unser Thema 
nicht ohne Interesse ist. Sie war der Regel 1 nach in dem Inneren 
der Räume, sowie an den Stellen die muthmasslich_ unbedeckt 
blieben, aus gebrannten Ziegeln von versehiedenerHärte und 
Farbe ausgeführt. Die einzelnen Ziegel sind vollständig quadratisch 
und haben (zu Chorsabad) 40 Centimeter Seitenlänge bei 10 Centi- 
meter Dicke. Die Art der Piiasterung ist folgende: Zuerst eine 
Unterlage von ungebrannten Lehmziegeln, darauf eine Lage ge- 
brannter Ziegel "in Erdpech verlegt. 
Man fand häufig nahe den Eingängen unter diesem Fussboden 
kleine mit Platten verdeckte Vertiefungen, welche thönerne Götzen- 
bilder enthielten. 
 Grosse in die Fussböden der inneren Räume eingefügte Kalk- 
steintafeln mochten die Orte bezeichnen WO Throne, Bildsäulen 
oder andere Gegenstände der inneren Ausstattung des Raumes 
aufgestellt waren. 
Andere Räume waren ganz mit Alabasterplatten ausgelegt, 
deren jede eine Inschrift hatte in welcher die Titel, die Genea- 
logie und die Thaten des Königes aufgezeichnet waren. Gleiche 
Inschriften finden sich aber auch auf den Rückseiten derselben 
Platten, sowie auf den Rückseiten der gebrannten Ziegel, so dass 
ihr Vorhandensein durchaus" nicht beweist dass sie den letzten 
Schmuck und die sichtbare Oberfläche des Fussbodens bildeten. 
1 An den Palästen 
geln getäfelt. 
Ninive 
sind 
die 
Plattformen 
oHenen 
m it 
Zie-
        

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