Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671174
Textile Kunst. 
Assyrien. 
341 
Wallmauern bis zu ihrem Lager auf dem natürlichen Boden 
stellenweis blossgelegt, man fand sie bis zu einer gewissen Höhe, 
die nicht überall gleich war, mit Steinmauerwerk bekleidet, und 
zwar besteht dieses an dem ältesten Monumente Ninives aus 
regelmassigen Kalksteinquadern, während Herr Botta an den 
Aussenwällen des späteren Werkes assyrischer Befestigungsbau- 
kunst zu Chorsabad neben regelmassigem Quaderwerke auch eine 
Art von kyklopischer Mauerkonstruktion entdeckte, die aber den 
hellenisclien und italischen Konstruktionen dieser Art an Solidität 
und Sorgfalt der Ausführung bedeutend nachsteht und mehr einer 
Art von Bruchsteinmauerwerk gleicht. Doch zeigt sich dieses opus 
incertum nur an den Sohlen der ausseren Umfangsmauern des 
weiteren eingeschlossenen Bezirks. Sorgfailtiger konstruirt sind die 
Futtermauern mit denen das künstliche Plateau umgeben ist. 
Ihre äussere Bekleidung besteht aus behauenen Quadern, welche 
durch weit eingreifende Binder mit dem Luftziegelmauerwerke 
des Kernes innig verbunden sind. Die wichtigste diesen Gegen- 
stand betreffende Untersuchung stellte Layard an dem Fusse der 
quadratischen Absatzpyramide an, die gleich einer Bastion an der 
nordwestlichen Ecke der Plattform von Nimrud hervortritt. Ihre 
Basis besteht aus kräftigen Kalksteinquadern, die Wenigstens an 
den Seiten, die nicht durch anderes Mauerwerk geschützt sind, 
bis zu 20 Fuss Höhe hinaufreichen und 10 Schichten, also jede 
zu zwei Fuss Höhe, bilden. Üeber dieser Quaderkonstruktion 
erhebt sich dann eine sorgfältig in gebrannten Ziegeln von 
grossen Dimensionen ausgeführte Backsteinbekleidung, die ebenso 
wie die Steinquaderkonstruktion mit Stuck oder wahrscheinlicher 
noch mit Erdpech verputzt gewesen sein mag. 1 Diese Entdeckung 
bestätigt die Angabe des Xenophon, der den Wällender Stadt 
Larissa (Nimrud) eine Basis von 20 Fuss Höhe aus geputzten 
muschelhaltjgen Steinen gibt. 2 
Non aries penetrare queat; stat maxima Beli 
Aula quoque argento. domus lndo deute nitescit, 
Aurum tecta operit; sola late contegit aurum. 
Rufus Festus Avienus, 
v. 1196- 
descriptio 
mundi 
-1201. 
' Layard erwähnt darüber nichts. 
3 Xenoph. Anab. III. 4. Ich übersetze den 
die im Texte angegebene Weise und verweise 
später darüber folgen wird. 
Ausidruclz des Xenophon auf 
desshalb auf dasjenige, was
        

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