Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671051
Textile Kunst. 
Chaldäa. 
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wände mit Stuck zu bekleiden, hervorging. Nicht geringes In- 
teresse gewähren die oben erwähnten Särge aus gebranntem und 
grün glasirtem Thone, die sich zu Tausenden und aber Tausenden 
in, neben und auf den Ruinenbergen von Wurka vorfinden, und 
     
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Stuckornameute aus Wurka. 
womit der Boden des ganzen Bezirkes bis auf 20 Fuss Tiefe ausge- 
füllt ist. Man hat aus dem Umstand dass sie auch oberhalb der Rui- 
nen in dem Schuttc der sie bedeckt, in Menge vorgefunden werden 
wohl zu voreilig geschlossen sie seien sämmtlich einer spätern 
Kulturperiode angehörig. Sicher waren die Orte wo sie in solchen 
Massen gefunden werden seit ältester Zeit geheiligte Gräberstätte, 
deren Ansehn noch über die Zeit ihres Verfalles hinausreichte und 
denen fortwährend aus allen benachbarten und entfernten Gegenden 
ganze Karavanenladungen von Särgen zugeführt Wurden wie die 
hohen Terrassen und Pyramiden schon darniederlagen, sei es in 
Folge natürlichen Verfalls, oder durch den Zerstörungseifer der 
Anhänger eines zeitweilig siegreichen andern Civilisationsprin- 
zipes. So erklärt es sich dass dieselben Särge in dem obern 
Schutte der Monumente gefunden werden, welche das Innere der 
letztern und den sie umgebenden Boden ausfüllen. Die alt- 
chaldäischen Nekropolen, wahrscheinlich die Gräberstätten der 
ältesten Könige, behielten ihre Weihe vielleicht bis zur Einführung 
des Islam, der übrigens an der Sitte nichts änderte sondern den 
Anhängern des neuen Glaubens nur neue Begräbnissorte anwies. 
"So Wallfahrten heutzutage die persischen Pilgerkaravanen fort- 
während durch die babylonischen Steppen und die Wüste west- 
wärts des Euphrat nach Meschid Hussein und Meschid Ali, um 
dort in heiliger Erde die Bürde ihrer zahlreichen Kamele, die 
nur aus Särgen frommer Perser besteht, niederzulegen. 
Nächst kleinern Gegenständen aus gebranntem Thone, Metall, 
Glas und Perlmutter wurde unter den Gräbern und dem Schütte 
Wurkals noch eine Anzahl von Statuetten und Votivtafeln aus 
Terrakotta mit aufgepressten Basreliefs sehr eigenthümlichen Stiles 
Scmper. 42
        

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