Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671006
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Viertes 
Hauptstück. 
vorhandenen Bauüberresten das Vorherrschen des Prinzips der 
Bekleidung der struktiven Theile, Wo es sich zeigt, nachzuweisen, 
und für diesen nächsten Zweck sind die dürftigen Berichte der 
Reisenden über diese chaldäischen Ruinenstätten von grossem 
Interesse, obschon sie uns öfters über das Alter der durchforsch- 
ten Werke zweifelhaft lassen, so dass wir nicht immer wissen 
ob wir der ältesten oder einer Spätperiode der Kultur dieses Lan- 
des, vielleicht sogar der nachalexandrinisehen oder römischen 
Zeit angehörige Werke vor uns haben. 
Unter den zahllosen Schutthügeln der unteren Euphratgegen- 
den die mit grosser Wahrscheinlickeit der altbabylonischen (chaL 
däischen) Kulturperiode zugeschrieben worden sind wurden erst 
wenige genauer untersucht; am besten bekannt sind uns die- 
jenigen von Wurka, welche erst neulichst durch die Reisenden 
Loftus, Churchill, Boutcher und Lynch besucht und durchforscht 
worden sind. Sie liegen etwa 180 engl. Meilen südlich von Bag- 
dad, etwa acht Meilen östlich vom Euphrat. Ein rechtwinklichter 
Raum, umgeben mit einer hohen Erdmauer von 6--7 engl. Meilen 
Länge, aus dem sich drei grosse und viele kleine Ruinenhügel 
und hohe weitausgedehnte Terrassen erheben, bildet eine einzige 
vaste Nekropolis. Auf jeder Stelle im Innern dieses Bezirks lie- 
gen Thonsärge über einander geschichtet oft bis zu 15 und 20 
Fuss Tiefe. Auch ausserhalb der Ringmauer befinden sich ge- 
ringere Hügel und ein grosser mit Namen Nifayeh liegt aussen 
an der Nordseite des Bezirks. Alle sind mit salpetriger Erde, klei- 
nen Muscheln und Topfscherben bedeckt und von tiefen Ravins 
durchfureht. Der umwallte Bezirk ist von einem jetzt trocknen 
Kanale durchschnitten, der ehemals die Stadt mit Wasser versah. 
In der Mitte etwa erhebt sich ein konischer Ruinenberg; der jezt 
Bouarieh ileisst, wegen der Schilfmatten die horizontal zwischen 
den Ziegelschichten in Zwischenräumen von 5 zu 5 Fuss liegen. 
An jeder Seite ist der quadratische Bau aus ungebrannten Stei- 
nen durch doppelte Strebepfeiler von gebrannten Ziegeln ver- 
stärkt;' eine dort gefundene monogrammatische Inschrift trägt 
nach Kolonel Rawlinson den königlichen Namen Urucks. 
Der zweite noch bedeutendere Ruinenhügel erhebt sich inner. 
halb derselben Circumvallation links von dem vorhergenannten 
Bouarieh und heisst Wusswass , nach einem Neger, der daselbst 
' Vielleicht spätere Zuthat. 
        

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