Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1670410
Textile Kunst. 
Indien. 
265 
stattung eines Tempels vor den Mauern der indischen Stadt 
Taxila: „Aeherne Tafeln (xrxlxöz wlvauec) sind rings an den Mauern 
(der Cella) befestigt, die Thaten des Porus und Alexander vor- 
stellend, die Elephanten, Pferde, Krieger, Helme und Schilde in 
Gold, Silber und Zinn, die Lanzen, Pfeile und Schwerter in Eisen 
nachgebildet, und zwar angeblich im hohen Stil des Zeuxis, Poly- 
gnot und Euphranor, welche durch Schattirung, Vorsprung und 
Rücklage ihre Bilder zu beleben bestrebt waren. Dasselbe soll 
auch an jenen Metallarbeiten durch ein geschicktes Verschmelzen 
der Metalle, gleich als wären es Farben, erreicht sein. Auch das 
Argument dieser Malerei ist glücklich; Porus weihete nämlich 
diese Tafeln nach dem Tode des Makedoniers, der darin den 
besiegten und verwundeten Porus huldvoll aufrichtet und ihm 
das eroberte Indien zurückverleiht."  Später wird nochmals 
diese Arbeit mit Malerei verglichen 1 und erwähnt dass sie zu- 
gleich der Malerei und der Chalkeutik angehöre, also eine Art 
eingelegter Arbeit sei. In einem anderen Tempel der Stadt 
Taxila befand sich ein Bild des Helios aus Perlemutter in der 
"symbolischen Manier (d. h. in der Inkrustirungsmanier) die alle 
Barbaren bei heiligen Weihgeschenken anwenden." 2 
Nach (Jurtius, der aus den Berichten der Begleiter Alexanders 
auf dem Indischen Feldzuge schöpfte, hatten die Hofburgen der 
Könige goldüberzogene Säulen, umrankt von Weinlaub in getrie- 
benem Golde und mit silbernen Vögeln dazwischen. 3 
Wir schliessene diesen Paragraph mit einigen nicht unwich- 
tigen Notizen über das Fortbestehen jener ältesten technischen 
Ueberlieferungen und den polychromen bilderreichen Charakter 
der Architektur der jetzigen Hindu, die dem Reisetagebuche des 
Bischofs Heber entnommen sind.  
Bei der Beschreibung des Hauses eines reichen Bürgers von 
Benares sagt Heber folgendes: 
„Die Faeade zeigte eine Menge von kleinen Fenstern, alle von 
verschiedener Form, von denen einige stark vorluden und von 
reich mit Bildwerken verzierten Konsolen getragen waren. Ein 
grosser Theil der Mauer selbst war mit Skulpturen bedeckt, die 
1 ibid. II. 22.  
2 ibid. 11.24. 1:5 öä 5'809 ävrö ynzqyoeginöog 
ßoiqßupoz. naives; äg 16: isgä zgcövrpu, 
3 Q- Curtius VIII. 9. 
Semper. 
I 
1903011, 
Eüyuurou Evyßolzuöv 
34.
        

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