Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1670274
Textile 
Kunst. 
China. 
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sehr zierlichem opus incertum, aus Basalt oder ähnlichen dunklen 
Steinarten, gebildet. Oben sind diese Hofmauern durch Zinnen 
aus abgestuften Baeksteinen bekrönt. 
Die Umfangsmauern der kaiserlichen Hofburg sind von Zie- 
geln, in den mittleren Theilen mit rothern mattpolirtem Putze be- 
deckt, eine Bedachung von reich geschmückten gelb oder grün 
glasirten Dachziegeln, mit einer darunter befindlichen einfachen 
Simsbekrönung bildet ihren Schutz gegen das Wetter. 
Die Form der Dachziegel hat die grösste Verwandtschaft mit 
der griechischen; nur ist das System der Deckung noch ursprüng- 
licher; die Ziegel sind naiv auf die Schalung aufgenagelt. 
Auch Metall- und Steinbedachungen sind nicht selten, letztere 
besonders in den südlichen Provinzen; doch benützt man nicht 
unsern Schiefer, sondern Kalkstein, der in grossen Platten 
bricht.  
Die freistehenden Schirmmauern, {Pschao-Pings genannt, sind 
auf gleiche Weise gegliedert, haben aber stark ausladende Plinthen 
und gleichen kolossalen Ofenschirmen in solider AusführungÄ 
Sie werden vor und hinter den "Eingängen der Paläste zur 
Ersparung unnützer Ceremonien einer vorschriftmässigen Etikette 
für die Vorbeigehenden aufgeführt. Da sie den Rang des Haus- 
besitzers anzeigen, so steht ihre Form und Verzierungsweise unter 
dem Eintlusse der strengsten Etikette.  Die einfachsten bestehen 
aus ungeputzten Ziegeln. Vor den Thüren der Mandarine sind 
sie schon reicher bekrönt und weiss geputzt. Durch die mehr 
oder weniger reichen Malereien auf dem weissen Grunde unter- 
scheiden sich die Wohnungen der verschiedenen Klassen der 
Reichswürdenträger und kaiserlichen Beamten von einander. 
Vor den fürstlichen und kaiserlichen Palästen ist die Farbe 
der Tschao-Pings roth, mit mehr oder weniger Gold. An ihnen 
ist die Farbe der glasirten Deckziegel grün mit goldgelben Firsten 
und Akroterien.  
Vor den Miaos oder Ehrentempeln ist die Abdeckung dieser 
Schirmmauern durchaus goldgelb. 
Die Terrassenmauern sind öfters von Quadern und bei kaiser-i 
liehen Palästen mit weissem Marmorgetafel bekleidet, das hier 
und zwar nur hier und an den den Terrassen zugerechneten 
Balustraden, Treppengeländern etc. angewandt wird und seine 
natürliche weisse Farbe behält.
        

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