Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1670096
'l'extile 
Kunst. 
Bekleidungsstolofe 
der 
Baukunsl. 
283 
Slwraclul selbst ihre Ternlinologie des Baiuwvescns grossentheils 
entlchntef die vorarchitektonisehe Technik des Wandbereiters 
nämlich, den Wichtigsten und dauerndsten Itlinfluss auf die stili- 
stische Entwicklung der eigentlichen Baukunst haben und behal- 
ten musste, dass sie gleichsam als Urteehnik zu betrachten sei, 
kann nach allem was darüber bereits vorausgeschickt werden, 
keinem Zweifel mehr unterliegen, doch wird die zunächst folgende 
Uebersicht der Erscheinungen der Baugeschiehte welche sich auf 
diese Thatsache beziehen, deren Evidenz vervollständigen. 
Nicht minder wichtig aber bei weitem schwieriger ist es zu 
ermitteln, durch welche Üebergänge die eigentliche Baukunst, und 
mit ihr die bildende Kunst allgemein betrachtet, in der Benützung 
der Stoffe zu bildlicher Darstellung hindurchging und welche von 
diesen Mitteln die früheren, welche die späteren waren, die in 
Anwendung kamen. Es ist hier zunächst nur von den Stoffen 
selbst, nicht von der Art ihrer Verwerthung die Rede. 
Das Bedeutsame dieser Frage für die Geschichte des Stils 
ist leicht ersichtlich. Jeder Stoff bedingt seine besondere Art 
des bildnerischen Darstellens durch die Eigenschaften die ihn 
von andern Stoffen unterscheiden und eine ihm angehörige Tech- 
nik der Behandlung erheisehen. Ist nun ein Kunstmotiv durch 
irgend eine stolfliche Behandlung hindurehgeführt worden, so 
wird sein ursprünglicher Typus durch sie moditieirt worden sein, 
gleichsam eine bestimmte Färbung erhalten haben; der Typus 
steht nicht mehr auf seiner primären Entwicklungsstufe, sondern 
eine mehr oder minder ausgesprochene Metamorphose ist mit ihm 
vorgegangen. Geht nun das Motiv aus dieser sekundären oder 
nach Umständen mehrfach graduirten Umbildung einen neuen 
Stoffwechsel ein, dann wird das sich daraus Gestaltende ein ge- 
mischtes Resultat sein, das den Urtypus und 51110 Stufen Seiner Um- 
bildung die der letzten Gestaltung vorangingen in dieser ausspricht. 
Auch wird bei richtigem Verlaufe der Entwicklung die Ordnung 
der Zwisehenglieder die den primitiven Ausdruck der Kunstidee 
mit den mehrfach abgeleiteten verknüpfen zu erkennen sein. Ich 
halte das Erfassen der ganzen Wichtigkeit dieser Frage über den 
Stoffwechsel in den Künsten und dessen Gesetz der Aufeinander- 
X 
dieses 
Siehe darüber den 
Buchs und passim. 
Artikel 
Hellenische 
Baukunst 
dem 
2ten 
Thoile 
Sßmpl
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.