Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1670029
226 
Viertes 
Hauptstück. 
Struktur und Dekoration, nach dem Stufengange der höheren 
Entwicklung mehr oder weniger unorganisch, gleichsam me- 
chanisch und in eigentlichster materiellster Kundgebung zu- 
sammentreten. 
Die vollständigem Entwicklung dieses wichtigen Theorems 
der Stillehre, in welchem ich mehr als einen „point curieux de 
Parcheologie" erkenne muss dem Abschnitt über das Zusammen- 
wirken aller Künste in der Baukunst vorbehalten bleiben, doch 
darf wegen der allgemeinen Gültigkeit desselben für alle Künste, 
nicht allein für die Baukunst, ein wichtiger Theil der Betrach- 
tungen auf welche dasselbe führt schon hier nicht fehlen, wo sie 
ausserdem wegen der technischen Prozedur auf welche das be- 
zeichnete Theorem sich stützt, der Bekleidung nämlich, kon- 
sequenterweise ihren natürlichen Platz haben. 
Was mich besonders zweifeln macht dass Raoul-Rochette be- 
reits im Jahre 1836, in welchem die Ankündigung des Werkes 
histoire generale de Part des Anciens geschah, an die allgemei- 
nere Lösung der Punkte die hier in Erwägung kommen gedacht 
habe, ist das erst nach dieser Zeit fallende Bekanntwerden der 
wichtigen Entdeckungen assyrischer und babylonischer Monu- 
mente durch Botta und Layard, 1 durch welche uns erst gestattet 
ist die berührten Erscheinungen in ihrem kulturhistorischen 
Zusammenhange ohne fehlende Zwisehenglieder zu beobachten 
und das Gesetz das sich in ihnen ausspricht zu konstruiren. 
Ebenso gehörten dazu die neuesten besseren Aufnahmen der 
persischen Monumente, die genauere Kenntniss des klassischen 
mit den merkwürdigsten Spuren ältester Civilisation übersäeten 
Bodens Kleinasiens so wie alles dasjenige, was Italien, Cyrenaika, 
und selbst das niemals ganz durchforschte Aegypten an neuesten 
zum Theil überraschenden Entdeckungen lieferten. Dass mich 
1 The monuments of Niniveh, from drawings made on the spot by Austin 
Henry Layard Esq. London, 1849.  A second series of the monuments of 
Ninive]: etc. from drawings made during a. sccond expedition to Assyria 71 
plates. Oblong folio London 1853.  Discoveries on the Ruins of Niniveh 
and Babylon, etc. with maps plans and illustrations. Svv London, 1853.  
Niniveh and its remains, with an account of a Visit to the Chaldaean Chri- 
stians of Curdistan etc. 5. Edition. 2 V01. SVO London 1850.  A popular 
account of discoveries at Niniveh with numerous woodcuts. 8W London 1850.  
Fergusson J. The palaces of Niniväh and Persepolis restored; an essay 
on ancient Assyrian and Persiaxl architeßtllfe-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.