Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669982
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Vie 
rtes Hauptstück. 
viele Darstellungen polychromer und inkrustirter Monumente und 
noch lehrreicher, als jene meistens unzuverlässigen, nicht stilge- 
treuen Darstellungen sind in Betreff des uns beschäftigenden Ge- 
genstandes mehrere dahin bezügliche Stellen des jene Darstel- 
lungen begleitenden Textes. Doch blieb dieses Werk im Ganzen 
ohne Einfluss auf die Gesammtauffassung der antiken Kunst- 
technik, weil man den Zusammenhang des Aegyptischen mit 
griechischer Kunst nach dem herrschenden Vorurtheile der Zeit 
nicht zugab; dasselbe Loos traf die späteren bedeutenden Publi- 
kationen über die Monumente jenes uralten Räthsellandes, welche 
für unser Interesse beinahe ganz unbenützt geblieben sind. Man 
hatte sich daran gewöhnt, jenes Land als ein antikes China ganz 
ausser Zusammenhang mit der übrigen kultivirten Welt des 
Alterthums zu betrachten, und hatte hierin doppeltes Unrecht, 
weil Aegypten so gut wie China sehr Wichtige Glieder in dem 
allgemeinen Zusammenhange der Erscheinungen auf dem Gebiete 
der Kulturgeschichte und speziell der Kunstgeschichte bilden. 
Nach diesem lag die Voraussetzung nahe, es würde das Schöne 
Werk über Pompeji, welches etwas später VOn Mazois in seinen 
ersten Bänden herausgegeben und nach dessen frühem Tode von 
Gau vollendet wurde, desto mehr auf die Begründung einer neuen 
Anschauung der klassischen Kunst in ihrem Totalerscheincn ein- 
wirken, aber auch dieses war in geringem Grade der Fall; denn 
obschon die Wandmalereien und andere Eigenthümlichkeiten an- 
tiken Kunstgebahrens uns hier vollständig und in ihrem Zusam- 
menhange entgegentreten, obschon die Beziehungen zwischen alt- 
hellenischer Kunst und den wieder erstandenen Monumenten 
grossgriechischer Provinzstädte unleugbar sind, will man in ihnen 
doch weiter nichts erkennen, als die Manifestation einer spezifi- 
schen Römertechnik, aus der Zeit wie diese schon ihre kapriziöse 
Richtung genommen hatte, die mit der alten klassischen Kunst 
nicht viel mehr gemein habe als die Wandmalereien und sonsti- 
gen Eigenthümlichkeiten der Monumente Aegyptens. 
Diese seien der Kindheit, jene dem Verfalle der Kunst, die 
gleichsam wieder kindisch geworden sei, angehörig; kein Schluss 
von beiden auf dasjenige, was eigentlich die wahre griechische 
Kunst gewesen, wäre statthaft. 
Es erfolgte hierauf um das Jahr 1830 herum die erste Heraus- 
gabe der polychromen Herstellung eines ächt-grißchisßhßll Monu"
        

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