Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669868
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„andere wieder hyxizinthfarbig; manche nehmen sie auch teuer- 
"fairbig oder mcerfarbig. Auch sind persische Kalasireti häuiig, 
„die die schönsten von allen sind; man sieht auch sogenannte. 
„Aktaen (Shawls), die unter allen persischen Ueberwürfen die 
"kostbarsten sind. Es ist ein sehr dichtes Gewebe, durch Dauer 
„und Leichtigkeit gleich ausgezeichnet und mit goldenen Flittern 
nbesaet. Jedes Flitterchen ist mit einem durch das mittlere Auge 
"gezogenen Purpurfaden an die innere Seite des Gewandes be- 
"festigt." 
Ein sehr merkwürdiges Bruchstück und vielleicht das einzige, 
was aus allen griechischen Schriften aus bester lZeit, die über 
Baukunst handelten, wörtlich bis zu uns gekommen ist. Man 
möchte daraus abnehmen-dass Demokritos den Kleiderluxus der 
Epheser und das dabei herrschende System der farbigen Orna- 
mentation mit allgemeinen Betrachtungen über die Ordonnanz 
und den dekorativen Reichthum des von ihm beschriebenen 
Praehtbaues in Zusammenhang gebracht habe. Wäre uns nur 
wenig mehr von dem was diesem Satze voranging und unmittel- 
bar folgte erhalten geblieben, wir würden höchst wahrscheinlich 
schon seit Jahrhunderten eine ganz andere Anschauung von der 
hellenischen Baukunst haben und brauchten uns jetzt nicht mit 
verjahrten ästhetischen Vorurtheilen, die sich in Betreff des Far- 
benschmuckes der griechischen Monumente noch immer breit 
machen, herumzuschleppen. 
"Zunächst geht daraus die Vorliebe der ionischcn Griechen 
für das Farbige und zwar für die gesättigten Purpurfarben bei 
ihren Kleidern hervor; eine Thatsache, die wir auch sonst schon 
Wissen, von der wir aber für die folgenden Paragraphen Datum 
nehmen wollen, indem wir dabei auf den engen Zusammenhang 
des Kostümwesens mit den bildenden Künsten und mit der Bau- 
kunst insbesondere, der auf mehrfache Weise hervortritt, uns be- 
rufen. 1 Dieser Zusammenhang ist nämlich theils ein direkter, 
unmittelbar konkreter und materieller, theils ein solcher, der 
aus der Analogie aller Erscheinungen, die für den allgemeinen 
Kulturzustand bezeichnend sind, hervorgeht, also wenn man will 
ein indirekter und allgemein ethnologiseher. 
1 Ohne dem was in den folgenden Paragraphen gezeigt wird vorzugrei- 
fen frage ich hier, ob in einer Stadt wie Ephesus, mit einer Einwohnerschaft 
welche diesen Kleidergeschmack kundgab, weisse Marmortenxlwel denkbar seien?
        

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