Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669707
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I-Iauptsti 
Es kommen nämlich nur zweierlei Stiche in Betracht: 1) der 
Plattstich, 2) der Kreuzstich. 
Die Grenze oder, wenn man will, der abstrakte Begriff des 
Plattsitiches ist die Linie; die Grenze des Kreuzstiches ist der 
Punkt.  
Der Plattstich scheint der altere zu sein, da er den meisten 
wilden Völkern schon geläufig ist, die ihn benützen um theils 
mit den Bärten theils mit den gespaltenen Spulen der Vogelfedern 
oder andern natürlichen buntfarbigen Fäden auf Thierhäuten und 
Baumrinden allerhand. bunte, meistens geschmackvolle, Muster aus- 
zuführen. Diese Muster sind über der Oberfläche erhaben und 
enthalten in Wirklichkeit die Grundlage des polyehromen Reliefs. 
Mit ihnen sind die Jagdgeräthe, Mokassins und sonstigen Toilet- 
tengegenstände der Indianer Nordamerikas besonders an den 
Nähten und Zusammenfügungen der Stücke woraus sie bestehen 
reich und stilgerecht verziert. Dass der Plattstich als Element 
der Ziernähterei der ursprüngliche sei erhellt schon aus sei- 
ner Anwendung beim Nähen. Das Nähen der Naht erzeugte 
den Plattstich den man dann auch gleichzeitig ornamental be- 
nützte. 
Die Figuren entstehen (lureh RCillllllg von Pluttstichen theils 
mit theils ohne Uniiüiideruiig; die Reihung geschieht erstens so, 
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 begrenzt sein. (Siehe heistehende 
     _   einer T_yr01ei' Federstiekerei ent- 
    
lehnte B igur.)
        

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